Hülkenberg: Rost abgeschüttelt, Hochglanz aufgelegt

53 WM-Punkte, zehn Mal in den Top 10 und das Karrierehighlight Spa-Francorchamps, als ihm Platz vier glückte - die Bilanz des Nico Hülkenberg kann sich 2012 mehr als sehen lassen. Klar, dass der Emmericher kein Trübsal bläst. "Es war ein sehr positives Jahr. Ich habe mich als Fahrer entwickelt und Stück für Stück verbessert. Wir hatten großen Erfolg und viele gute Resultate, ich ziehe ein positives Resümee", freut sich der Force-India-Pilot, der in der kommenden Saison für Sauber ins Lenkrad greifen wird.

Nach einem Jahr Pause als Einsatzfahrer zurückgekommen zu sein, war für ihn dennoch keine leichte Aufgabe: "In den ersten Rennen habe ich das schon gemerkt. Hier verändert sich auch viel: die Regularien, die Reifen", erklärt Hülkenberg, der keine Möglichkeit sieht, ohne Cockpit auf dem Stand der Dinge zu bleiben. "Und was kommt denn an das Tempo der Formel 1 ran? Nichts", stellt sich der 25-Jährige eine rhetorische Frage und sieht als Nummer drei im Team kein Vorankommen.

Ein Jahr als Testfahrer hatte Fernando Alonso und Felipe Massa vor vielen Jahren allerdings bei ihren Karrieren geholfen. "Damals war es ja noch eine andere Situation", spielt Hülkenberg auf die nicht existenten Testbeschränkungen an. "Sie haben Tausende von Kilometern geschrubbt." Und dennoch konnte er aus der Zeit hinter Adrian Sutil und Paul di Resta Wertvolles ziehen. "Die Erfahrungen aus dem ersten und dem zweiten Jahr, das Selbstbewusstsein, das kommt dann alles zusammen."

Das Resultat sind Ergebnisse, wie sie Hülkenberg 2012 zu verzeichnen hatte: "Man hat mehr Vertrauen ins Auto, es läuft immer runder, die Zusammenarbeit mit dem Ingenieur klappt auch immer besser. Das sind Dinge, die auf dem Tableau etwas ausmachen", betont er, dass Erfahrung WM-Zähler wert sein kann. In Sao Paulo will er für einen gelungenen Abschluss im Vijay-Mallya-Team sorgen, schließlich hat Hülkenberg beste Erinnerungen an das Autodromo Carlos Pace.

2010 fuhr er im Williams bei Mischbedingungen eine sensationelle Pole-Position heraus. Der Deutsche bezeichnet sie als "speziell" und präzisiert: "Gerade, wie sie zustande gekommen ist. Es war schön, mal in die Startaufstellung zu kommen und niemanden vor mir zu haben." Jeder erinnere ihn dieser Tage an den Moment, doch es sei eine ganz andere Situation gewesen. "Ich glaube nicht, dass man darauf setzen sollte, dass bei Regen das Gleiche nochmals passiert", bremst Hülkenberg die Erwartungen.

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