Grand Prix Brasilien - Regen oder Lichtmaschine: Was kann Vettel stoppen?

Den ersten Matchball im WM-Duell der Formel 1 hat Sebastian Vettel zwar vergeben, doch am kommenden Sonntag hat er in Interlagos den nächsten. Mit 13 Punkten Vorsprung auf Fernando Alonso reist der Red-Bull-Pilot zum Saisonfinale nach Brasilien. Auf den ersten Blick ein beruhigendes Polster. "Das ist viel für ein Rennen", meint Experte Niki Lauda bei "RTL".

Selbst bei einem Sieg von Alonso würde Vettel ein vierter Platz zum Gewinn der Weltmeisterschaft reichen.

Doch wer mag innerhalb von sieben Tagen an eine solch dramatische Verschiebung des Kräfteverhältnisses glauben? Marc Surer jedenfalls nicht. Für den Schweizer wird Red Bull auch in Interlagos das stärkste Auto haben: "Red Bull ist auf jeder Strecke schnell, das haben wir gesehen", sagt der Experte bei "Sky". "Sie haben mehr Anpressdruck und die bessere Aerodynamik, und deswegen kriegen sie die Reifen besser zum Funktionieren. Das spielt alles zusammen." Auch Lauda ist dieser Meinung: "Ich behaupte, dass Red Bull dort um einen Tick schneller sein wird als alle anderen."

Daher ist der Österreicher davon überzeugt, dass Vettel den Titel einfahren wird: "Ich garantiere jetzt schon, dass Sebastian dort Weltmeister wird", sagt Lauda. Und auch Surer meint: "Wir können eigentlich davon ausgehen, dass Vettel das nach Hause fährt." Allerdings nur unter einer Bedingung: "Wenn er nicht ausfällt. Das ist die einzige Gefahr."

Lichtmaschine sorgt für Zitterpartie

Und diese Gefahr ist seit dem Rennen in Austin wieder allgegenwärtig, nachdem am Red Bull von Vettels Teamkollegen Mark Webber erneut die Lichtmaschine ihren Dienst einstellte - bereits zum dritten Mal in dieser Saison! "Das ist wirklich eine tickende Zeitbombe, weil man nie weiß, wann die Maschine kaputtgeht", zeigt sich Red-Bull-Chefdesigner Adrian Newey nach dem Rennen auf Nachfrage von "Sky Sports F1" besorgt. "Renault hat da leider noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden, also stellt das noch eine große Unbekannte dar."

Auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner treibt die Technik Sorgenfalten auf die Stirn. "Ich bin wirklich besorgt. Das war bei uns jetzt leider schon der dritte Lichtmaschine-Defekt im Rennen, bei anderen Autos gab es ebenfalls Ausfälle", sagt der Brite. Motorenpartner Renault hat nach den Defekten im Sommer eine neue Lichtmaschine entwickelt, die in Austin erstmals im Rennen eingesetzt wurde, jedoch nicht bei Red Bull. "Ich denke, die neue Version wurde bei anderen Motoren gefahren, daher hoffe ich, dass sie uns in Brasilien auch zur Verfügung steht", so Horner.

Droht eine Regenschlacht?

Neben der Technik gibt es noch einen weiteren Faktor, der Vettel auf dem Weg zum dritten Titel aufhalten könnte: das unberechenbare Wetter in Brasilien. "Wir wissen nicht, ob es in Brasilien regnen wird. Es könnte am Vormittag regnen und am Nachmittag wieder trocken sein", gibt Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zu bedenken. "Aber darauf würde ich nicht wetten."

Schon oft haben starke Regenfälle in Interlagos für turbulente Rennverläufe gesorgt. Das könnte auch in diesem Jahr der Fall sein: "Ich habe gehört, dass das Wetter sehr durchzogen ist in Brasilien - und bei Regen wird's immer ein bisschen chaotisch", sagt Surer. Bei Regenrennen hatte Vettel in der Vergangenheit nicht immer souverän agiert. In Malaysia geriet er in diesem Jahr mit Narain Karthikeyan aneinander und fing sich einen Reifenschaden ein, in Kanada warf er 2011 den Sieg in der letzten Runde weg. Daher meint Surer: "Das ist schon ein großes Risiko."

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