Freitag will Reform der Sportförderung

Dagmar Freitag, Sportausschuss-Vorsitzende im Bundestag, hat weitreichende Reformen bei der deutschen Spitzensportförderung gefordert. Das gegenwärtige Modell der Zielvereinbarungen hält die SPD-Politikerin für suboptimal. Prognosen über Medaillengewinne vier Jahre im Voraus seien nahezu unmöglich.

Das hätte "nicht mal mehr etwas mit Planwirtschaft zu tun", sagte Freitag in einem Interview der Zeitung "Der Tagesspiegel". "Das ist Unsinn und vielleicht auch ein wenig überheblich", kritisierte sie und regte an, dass künftig Fachleute wie die Sportwissenschaftler Jochen Mester, Eike Emrich oder Arne Güllich bei der Weiterentwicklung der Zielvereinbarungen und Spitzensportförderung einbezogen werden.

"Wenn das Ergebnis wieder nur in einem geschlossenen Kokon diskutiert wird, werden wir keinen echten Schritt nach vorne kommen", sagte Freitag. Es reiche nicht, die Zielvereinbarung als Fördervereinbarung zu lesen, wie es der Deutsche Olympische Sportbund gerne hätte. "Wir brauchen stattdessen eine sportwissenschaftliche und gesellschaftliche Diskussion darüber, wie man einen erfolgreichen und verantwortbaren Spitzensport organisieren kann", so Freitag. Das Know-how von aktiven und ehemaligen Athleten sollte gehört werden.

Der Verlust qualifizierter Trainer ans Ausland könne "durch eine bessere Gehaltsstruktur" gestoppt werden. "Wenn wir unsere besten Absolventen als Trainer für unsere besten Athleten bekommen wollen, müssen wir sie gut bezahlen", so Freitag. "Ihr Gehalt sollte zumindest konkurrieren können mit dem öffentlichen Dienst, mit dem Schuldienst zum Beispiel."

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