Frauen-Fußball - Torhüterinnen-Wechsel in EM-Vorbereitung

Die deutschen Fußballerinen starten am Mittwoch mit dem Länderspiel in Frankreich ins EM-Jahr. Bundestrainerin Silvia Neid hat im Vorfeld mit der Ankündigung einer Torhüterinnen-Rotation überrascht. Neid hat vor dem Auftakt ins EM-Jahr angekündigt, dass sich Angerer und Schult zu Beginn der EM-Vorbereitung im Tor abwechseln werden. Gegen Frankreich erhält Schult den Vorzug.

Als sich die deutschen Fußballerinnen am Dienstag auf die Reise von Frankfurt/Main ins 230 Kilometer entfernte Straßburg machten, saßen Nadine Angerer und Almuth Schult einträchtig im Teambus nebeneinander.

Ob auch in den kommenden Wochen kein Blatt Papier zwischen die befreundeten Torhüterinnen passt, muss sich noch zeigen. Schließlich hat Bundestrainerin Silvia Neid vor dem Auftakt ins EM-Jahr am Mittwoch angekündigt, dass sich Angerer und Schult zu Beginn der EM-Vorbereitung im Tor abwechseln werden. Im Spiel beim WM-Vierten Frankreich (18:30 Uhr/Eurosport) wird Schult zwischen den Pfosten stehen.

"Es wird sicher keinen Zickenkrieg geben"

"Es wird sicher keinen Zickenkrieg zwischen den beiden geben. Das schließe ich aus, beide können sich richtig gut leiden", sagte Neid, die trotz der Rotation nichts am Status der zweimaligen Welt- und viermaligen Europameisterin Angerer als Nummer eins ändern will: "Wir brauchen auch eine Ersatztorhüterin mit Erfahrung, falls sich Nadine verletzen sollte. Nadine ist noch die bessere Torhüterin, aber Almuth ist auf einem guten Weg. Sie ist nicht mehr so weit weg wie vor einem Jahr."

Während die 34 Jahre alte Angerer (1. FFC Frankfurt) 112 Länderspiele im Trikot des zweimaligen Welt- und siebenmaligen Europameisters absolviert hat, stand die 22 Jahre alte Schult (SC Bad Neuenahr) erst achtmal im Tor der Nationalmannschaft. Die Rotation zwischen den beiden Torhüterinnen gilt für das Frankreich-Spiel, die vier Partien beim Algarve-Cup in Portugal (6. bis 13. März) und das Länderspiel gegen die USA am 5. April in Offenbach.

Danach werden zwei Monate vergehen, bevor die heiße Phase der Vorbereitung auf die Endrunde in Schweden (10. bis 28. Juli) beginnt. Der Startschuss fällt am 2. Juni mit dem ersten Lehrgang. Bis dahin sollen die verletzten Alexandra Popp, Simone Laudehr, Fatmire Bajramaj und Linda Bresonik zurückkehren. Danach folgen zwei weitere Trainingslager. Neid will mit 22 Feldspielerinnen und 4 Torhüterinnen in die unmittelbare Vorbereitung starten. Zu Beginn des letzten Lehrgangs am 24. Juni sollen noch die 20 Feldspielerinnen und 3 Torhüterinnen dabei sein, die auch nach Schweden reisen werden.

Schweden, Frankreich und England Mitfavorit

Die Anreise ist für den 7. Juli geplant. Im ersten Endrunden-Spiel trifft das deutsche Team, das die zurückliegenden fünf EM-Turniere gewonnen hat, am 11. Juli in Växjö auf die Niederlande. Neben dem Titelverteidiger zählen nach Ansicht Neids vor allem Schweden, Frankreich und England, aber auch Norwegen und Italien zu den Mitfavoriten.

Doch zunächst gilt die Aufmerksamkeit der Trainerin, die mit ihrem Team seit dem Viertelfinal-Aus bei der Heim-WM am 9. Juli 2011 gegen den späteren Weltmeister Japan (0:1 n.V.) kein Spiel mehr verloren hat (14 Siege, 4 Remis), dem Frankreich-Spiel.

Nach dem Willen Neids soll es die deutsche Auswahl vor den 15.000 erwarteten Zuschauern im Stade de la Meinau besser machen als im letzten Länderspiel des vergangenen Jahres. Am 29. November kamen die Deutschen in Halle/Saale nicht über ein 1:1 gegen die Französinnen hinaus.

Spielerinnen aus zweiter Reihe testen

"Wir haben das Spiel analysiert. Im Angriffsspiel war die Fehlerquote zu hoch. Im Abwehrverhalten fehlte ein bisschen die Aggressivität. Das wollen wir besser machen", äußerte die Trainerin, die in Straßburg auch Spielerinnen aus der zweiten Reihe testen will: "Mein Eindruck von unseren Spielerinnen ist für die Jahreszeit ganz gut. Sie haben erst wenige Spiele in der Bundesliga gemacht, das merkt man natürlich. Aber sie sind engagiert bei der Sache. Ich bin sehr zuversichtlich für das Spiel."

Die voraussichtliche Mannschaftsaufstellung: Schult - Schmidt, Krahn, Bartusiak, Peter - Goeßling, Kulig - Odebrecht, Mittag, Behringer - Okoyino da Mbabi. - Trainerin: Neid.

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