Frauen-Fußball - Abschiedsgala für Super-Joker Müller

Das letzte Länderspiel des Jahres wird zur großen Abschiedsgala für Super-Joker Martina Müller. Die zweimalige Welt- und Europmaisterin wird nach der Partie gegen den WM-Vierten Frankreich am 29. November in Halle an der Saale (ab 15:15 Uhr im Liveticker bei eurosport.yahoo.de) ihre Karriere in der deutschen Nationalmannschaft beenden.

Die 32 Jahre alte Müller, mit 100 Einsätzen die derzeit dienstälteste deutsche Feldspielerin, glänzte in ihrer zwölf Jahre dauernden Laufbahn im Nationalteam vor allem als treffsichere Einwechselspielerin.

In 74 ihrer 100 Länderspiele kam die Angreiferin des deutschen Vizemeisters VfL Wolfsburg erst im Lauf der Partie zum Einsatz. Dennoch erzielte Müller, die am 22. Juli 2000 in Braunschweig gegen die USA ihr Debüt feierte, 37 Tore. Die in Kassel geborene Müller führt damit die Torschützenliste der aktuellen Nationalspielerinnen an. In ihrem 100. Länderspiel am 19. September hatte die Torjägerin beim 10:0 gegen die Türkei zum zweiten Mal in ihrer Nationalmannschafts-Karriere drei Treffer in einer Begegnung erzielt.

Müller hört auf ihren Körper

Dennoch sieht die Olympia-Bonzemedaillengewinnerin von Athen, die bei der WM 2011 im eigenen Land nicht zum Einsatz gekommen war, ihre Zeit gekommen. "Der Spagat zwischen Beruf, Nationalteam und Verein ist zuletzt immer schwieriger geworden", sagte Müller, die sich mit dem Titelverteidiger in diesem Jahr mühelos für die EM-Endrunde im kommenden Sommer in Schweden (10. bis 28. Juli) qualifiziert hat. "Durch die kürzeren Regenerationszeiten merke ich auch, dass mein Körper das eine oder andere mal sagt: Bis hierhin und nicht weiter."

Für Müller ist es "jetzt ein guter Zeitpunkt", um zurückzutreten. "Die 100 Länderspiele sind erreicht, wir haben eine super EM-Qualifikation gespielt, zu der ich meinen Teil beitragen konnte", äußerte die Stürmerin: "Und wir haben ein tolles und sehr angenehmes Team, in dem es Spaß macht zu spielen. Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören."

Neid voll des Lobes

Bundestrainerin Silvia Neid, die 23 Spielerinnen für die Partie gegen Frankreich nominiert hat, würdigte die Verdienste Müllers. "Sie war immer eine Spielerin, auf die man sich verlassen konnte und die stets hundertprozentigen Einsatz gezeigt hat. Ich finde es beeindruckend, welchen Weg sie gegangen ist - und dass sie es geschafft hat, die 100 Länderspiele zu erreichen", sagte Neid: "Als Trainerin wünscht man sich genau so eine Spielerin, bei der man sicher sein kann, dass sie immer mit unheimlich viel Leidenschaft dabei ist."

Neid nominierte für das Frankreich-Spiel fast exakt den gleichen Kader, der zuletzt bei der USA-Reise mit zwei Unentschieden gegen den Olympiasieger überzeugte. Nur die zuletzt starke Dzsenifer Marozsan (1. FFC Frankfurt) muss wegen einer Adduktorenzerrung passen, dafür rückt die Wolfsburgerin Josephine Henning nach.

"Die Spielerinnen haben während der Maßnahme in den USA einen guten Eindruck hinterlassen", sagte Neid. "Wir haben erneut 23 Spielerinnen nominiert, weil das auch die Größe des EM-Kaders sein wird. Das gibt uns die Gelegenheit, umfassende Eindrücke zu sammeln." In der bisher letzten Partie gegen die Französinnen setzte sich das deutsche Team im abschließenden Vorrundenspiel bei der WM 2011 mit 4:2 durch.

Der deutsche Kader:

Tor: Nadine Angerer (1. FFC Frankfurt), Almuth Schult (SC Bad Neuenahr), Laura Benkarth (SC Freiburg)

Abwehr: Bianca Schmidt, Saskia Bartusiak, Babett Peter (alle 1. FFC Frankfurt), Annike Krahn (Paris St. Germain), Josephine Henning, Verena Faißt, Luisa Wensing (alle VfL Wolfsburg), Leonie Maier (SC Bad Neuenahr)

Mittelfeld: Simone Laudehr, Melanie Behringer, Kim Kulig, Svenja Huth (alle 1. FFC Frankfurt), Linda Bresonik (Paris St. Germain), Viola Odebrecht, Lena Goeßling (beide VfL Wolfsburg)

Angriff: Alexandra Popp, Martina Müller (beide VfL Wolfsburg), Anja Mittag (FC Malmö), Celia Okoyino da Mbabi (SC Bad Neuenahr), Lena Lotzen (Bayern München)

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen