Formel 1 - Whitmarsh: Hamilton bereut Mercedes-Wechsel

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh glaubt, dass Lewis Hamilton mit dem Wechsel zu Mercedes einen Fehler macht und diesen inzwischen auch bereut. Außerdem rätselt er nach wie vor über die Beweggründe seines langjährigen Fahrers, da nach Einschätzung zahlreicher Experten aufgrund des stabilen Reglements 2013 noch keine gravierenden Verschiebungen im Kräfteverhältnis zu erwarten sind.

Whitmarsh gibt im Interview mit "Formula1.com" zu, dass er den Schritt von Hamilton nach wie vor "nicht komplett verstehen" kann, aber vermutet, der 27-Jährige habe das Gefühl gehabt, "das Nest verlassen zu müssen".

Hamilton wurde bereits 1998, im Alter von gerade mal 13 Jahren, vom damaligen McLaren-Teamchef Ron Dennis in ein Förderprogramm aufgenommen und stieg 2007 bei McLaren in die Formel 1 ein. 2008 holte er seinen bisher einzigen WM-Titel. Für ein anderes Formel-1-Team ist er nie gefahren.

Hamilton-Wechsel eine Bauchentscheidung?

Die Entscheidung pro Mercedes fiel unmittelbar nach dem technisch bedingten Ausfall in Singapur, wo Hamilton potenziell 25 Punkte für den Sieg verlor und seine Titelchancen den vielleicht vorentscheidenden Dämpfer erhielten. Zwar hatte es bereits zuvor Gespräche mit Mercedes gegeben, doch erst in der Woche darauf erfolgte die tatsächliche Unterschrift. Whitmarsh vermutet, dass Hamilton in jenen Tagen auch aus dem Bauch raus gehandelt hat.

"Ich denke, es ist immer schlecht, so eine Entscheidung nach einem schlechten Rennen zu treffen", erklärt der McLaren-Teamchef. "Er war sich ziemlich sicher, dass er dieses Rennen gewinnen würde, und es war eine Enttäuschung, aber wie gesagt: Es ist nie gut, so eine Entscheidung in so einer Situation zu treffen. Ich respektiere seine Entscheidung, aber ich glaube, dass er bei uns besser dran wäre. Wir sind das stärkere Team - und wir nehmen uns vor, ihn nächstes Jahr zu schlagen!"

"Er muss mit seiner Entscheidung leben"

Insofern kann sich Whitmarsh vorstellen, dass Hamilton seine Entscheidung schon "das eine oder andere Mal" bereut hat, er das aber nicht öffentlich eingestehen kann: "Er wird nicht sagen: 'Hey, sie haben mir mehr Geld geboten.' Er wird auch nicht sagen, dass er einen schrecklichen Fehler gemacht hat. Ich hoffe, dass er heute glaubt, dass er einen schrecklichen Fehler gemacht hat, und dass er das auch nächstes Jahr glauben wird. Er hat seine Entscheidung getroffen und jetzt muss er damit leben."

Am Finanziellen dürfte es jedenfalls nicht gescheitert sein. McLaren soll zwar anfangs versucht haben, Hamiltons Gehalt zu reduzieren, dann aber stark nachgebessert haben. "Wir haben Lewis ein Angebot gemacht - ein Angebot, das glaube ich mehr Geld beinhaltet hätte, als jeder andere Fahrer momentan bezahlt bekommt", verrät Whitmarsh. "Das lässt uns vermuten, dass unser Wettbewerber und Partner Mercedes-Benz ein bisschen mehr Geld angeboten hat."

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