Formel 1 - Vertrag bis 2016? Verwirrung um Vettel

Es gab Hot-Dogs satt. Auch der Champagner floss in Strömen. Red Bull hatte sich nicht lumpen lassen und in seinem Werk im englischen Milton Keynes eine riesige Party für den neuen Formel-1-König Sebastian Vettel geschmissen. Zudem schüttete das Team des milliardenschweren Brauseherstellers Dietrich Mateschitz Prämien in Höhe von über acht Millionen Euro aus.

Alle rund 650 Mitarbeiter profitieren davon. In Folge blieben die Korken dann allerdings in den Flaschen.

Meldungen über eine angebliche Vertragsverlängerung des jüngsten Dreifach-Champions der Geschichte wurden bei Red Bull von höchster Stelle zurückgewiesen. "Ich weiß nicht, wo diese Gerüchte herkommen. Das ist völliger Unsinn", sagte ein aufgebrachter Helmut Marko, Red Bulls Motorsportberater, dem SID: "Sebastian hat bei uns einen kugelsicheren Vertrag bis 2014. Das ist der Stand." Auch Vettels persönliche Sprecherin Britta Roeske wollte die Berichte nicht bestätigen und verwies auf den laufenden Vertrag bis 2014.

Zuvor hatte die österreichische Internetseite oe24.at gemeldet, der bisherige Kontrakt des 25 Jahre alten Heppenheimers sei vorzeitig bis 2016 verlängert worden. Zudem sollen Vettels Bezüge von bisher rund elf Millionen Euro jährlich (plus Werbeeinnahmen) deutlich angehoben worden sein. Demnach würde der Beatles-Fan zum neuen Top-Verdiener in der Königsklasse aufsteigen. Bisher kassierte Vettels Ferrari-Rivale Fernando Alonso am meisten: Rund 28 Millionen Euro. Auch die Verträge von Teamchef Christian Horner und Chef-Konstrukteur Adrian Newey sollen laut oe24.at verlängert worden sein.

"Ferrari übt auf jeden Piloten einen Reiz aus"

Zuletzt hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, Vettel ziehe es zu einem Traditionsrennstall wie Ferrari. Der Weltmeister der vergangenen drei Jahre, der seit 2009 für die roten Bullen fährt, hatte die Spekulationen mit Aussagen wie "Marken wie Ferrari und Mercedes üben auf jeden Piloten einen Reiz aus" zusätzlich angeheizt. Die Silberpfeile hatten sich vor drei Jahren bereits intensiv um Vettel bemüht.

Doch der Umworbene hatte auch im Glückstaumel nach seinem historischen dritten WM-Triumph in São Paulo eine Liebeserklärung an sein Team gerichtet und die Treue geschworen. "Ich bin sehr glücklich mit dem, was wir bisher erreicht haben", sagte er, "und ich glaube nicht, dass diese Geschichte vorbei ist. Ich sehe keinen Grund, über ein anderes Team nachzudenken. Ich bin extrem glücklich über meine Position." Horner schüttete seinen Star mit Lob zu und ließ erkennen, ihn unter keinen Umständen verlieren zu wollen: "Es ist außergewöhnlich, was Sebastian bisher geleistet hat. Er steht in einer Reihe mit den ganz Großen."

Vertragsverlängerung hin oder her: Fakt ist, dass Vettel auch in der nächsten Saison für Red Bull fahren wird. Nichts anderes als sein vierter Titel ist sein Ziel. "Natürlich", sagte er in Milton Keynes, "wenn man etwas gut gemacht hat, ist eine Verbesserung immer schwierig. Aber wir haben natürlich auch in diesem Jahr nicht alles richtig gemacht. Man muss aufmerksam sein und aus diesen Fehlern lernen, dann geht es noch besser."

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