Formel 1 - Pirelli bleibt seiner Linie treu

Die elf im Grand-Prix-Zirkus verbliebenen Teams erwarten in der Saison 2013 neue Konstruktionen und leicht veränderte Mischungen von Reifenhersteller Pirelli, die noch mehr Spannung in die Rennverläufe bringen sollen. Saisonstart ist am 17. März in Melbourne, doch beim italienischen Alleinausrüster laufen die Vorbereitungen schon jetzt auf Hochtouren.

"Wir sind bereit, um loslegen zu können. Die Fracht für Australien ist meines Wissens sogar schon unterwegs", sagt Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Da sich die Autos reglementbedingt im Vergleich zur Vorsaison kaum verändern werden, haben die Teams eine gute Plattform, mit der sie arbeiten können", glaubt Hembery und sieht in den neuen Reifen die am tiefsten greifende Veränderung im neuen Rennjahr. "Es wird aber nicht so extrem ausfallen wie zu Beginn der Saison 2012, als die Veränderungen an den Autos so dramatisch waren, dass sich sämtliche Lastverhältnisse - auch für die Reifen - verschoben haben", so der Brite.

Erster Test schon vor Saisonfinale 2012

Vor allem das Verbot des abgasangeströmten Diffusors brachte die Teams, welche in der Saison 2011 auf diesen Kniff setzten, Anfang 2012 in Schwierigkeiten. In diesem Winter blieb das technische Reglement weitestgehend stabil. Erst die Saison 2014 wird angesichts des neuen Motorenreglements einen großen Schritt markieren, auf den sich der Großteil der Teams schon jetzt einstellt und aus diesem Grund zwei Autos parallel entwickelt.

Was die Vorbereitungen auf die Saison 2013 betrifft, so wurden die neuen Reifen erstmals am Freitag vor dem Saisonfinale 2012 in Brasilien getestet. Im Anschluss an diesen ersten Test abseits der Pirelli-internen Versuche wurden laut Hembery keine Veränderungen mehr vorgenommen. "Wir setzten in Brasilien noch nicht die neuen Mischungen ein, doch die Erkenntnisse zur Struktur der Reifen deckten sich mit denen aus unseren eigenen Tests. Das war sehr ermutigend, weshalb es seitdem keine Änderungen mehr gab."

"Wir werden aggressiver zu Werke gehen"

Da sich am Reifenreglement über den Winter nichts geändert hat, wird Pirelli auch in der Saison 2013 vier Slick-Mischungen anbieten, wovon für jedes Rennwochenende zwei im Vorfeld ausgewählt werden. "Auf einigen Strecken werden wir aber aggressiver zu Werke gehen", kündigt Hembery an und begründet dies damit, dass "wir im vergangenen Jahr zuweilen für eine etwas zu konservative Herangehensweise kritisiert wurden".

Zwar ist die Anzahl von vier Slick-Mischungen nicht fest im Reglement vorgeschrieben, über eine fünfte dachte man bei Pirelli laut Hembery aber nicht nach: "Klar hätten wir einen speziellen, noch extremeren Supersoft-Reifen nur für die Stadtkurse bringen können, doch wir wollten die Sache nicht unnötig kompliziert machen." Das aktuelle Kontingent mit vier verschieden Mischungen (Hard, Medium, Soft, Supersoft) bezeichnet der Pirelli-Motorsportchef als "gute Lösung, um zwei bis drei Boxenstopps herbeizuführen".

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