Formel 1 - Ferrari: "Zwei WM-Titel" mit F138

Ferrari hat mit der Vorstellung des neuen F138 im heimischen Maranello die Jagd auf Sebastian Vettel eröffnet. Mit der "Evolution" des letztjährigen Modells sollen Vize-Weltmeister Fernando Alonso und Felipe Massa im Gegensatz zu den vergangenen Jahren von Beginn an Vettels Red Bull Paroli bieten können. "Wir wollen in diesem Jahr gewinnen", stellte Ferrari-Boss Luca di Montezemolo klar.

"Ich glaube nicht, dass wir wie in der letzten Saison sieben Sieger in den ersten sieben Rennen sehen werden. Die zwei oder drei Top-Teams werden alle Rennen gewinnen, und wir gehören hoffentlich dazu", sagte der Spanier Alonso.

Teamchef Stefano Domenicali versprach seinem Fahrer-Duo, obwohl es "eine schwierige Saison wird", schon beim ersten Grand Prix am 17. März in Melbourne "das beste Auto".

Massa glaubt nicht nur deshalb "an viele Siege und zwei WM-Titel".

Die rote Göttin hat eine schöne Nase. Ob Ferraris neuer Formel-1-Renner F138 aber auch zum Vettel-Jäger taugt, muss sich erst noch zeigen. Bei den ersten Tests ab Dienstag im spanischen Jerez wird Alonso nicht dabei sein, weil er noch an seiner Fitness arbeitet. Der 31-Jährige wird erst am 19. Februar in Barcelona ins Cockpit steigen.

Als um 10.47 Uhr bei dramatischer Musik und bunter Lichtershow das weiße Tuch vom neuen Boliden gezogen wurde, war auch die weltweite Fan-Gemeinde live im Internet dabei. Direkt ins Auge stach die neue Nase, der dank einer kosmetischen Blende im Gegensatz zum Vorjahr der hässliche Knick erspart geblieben ist. Zudem setzt sich der untere Wagenteil in tiefschwarz deutlich vom typischen Ferrari-Rot des restlichen Renners ab.

Laut Teamchef Stefano Domenicali handelt es sich um eine Frühversion, bis zum Auftaktrennen am 17. März im australischen Melbourne "wird es sich noch deutlich verändern". Im Gegensatz zum vergangenen Jahr sollen Alonso und Massa in diesem Jahr schon in Melbourne "das beste Auto" zur Verfügung haben.

Windkanal von Toyota

Dafür machte Ferrari den Schritt über die Alpen ins Land des Weltmeisters und nutzte den Windkanal der Toyota Motorsport GmbH in Köln-Marsdorf, um die Aerodynamik-Schwächen auszumerzen. Im Vorjahr hatten die Daten aus dem Ferrari-Windkanal nicht mit denen von der Rennstrecke übereingestimmt und warfen die Italiener weit zurück. "Wir mussten unsere Organisation hinterfragen, sie verbessern und effektiver arbeiten", erklärte Domenicali.

Wie auch die Konkurrenz präsentierte Ferrari mit dem F138, dessen Namen sich aus dem F für Ferrari, der 13 für das Jahr und der 8 für die Zylinderzahl des Motors zusammensetzt, eine "Evolution" des Vorjahresmodells. Weil ab 2014 mit den Turbo-Motoren eine ganz neue Ära eingeläutet wird, stehen die roten Renner "vor einer schwierigen Saison. Wir arbeiten mit zwei Teams, eins für 2013, eins für 2014", so Domenicali. Dazu steht ein Umbau des eigenen Windkanals an und die Errichtung eines neuen Hauptquartiers, das in zwei Jahren fertig sein soll.

Trotz der fehlenden Titel in den letzten Jahren stehen die Sponsoren in Maranello Schlange. Ein Maschinenproduzent aus China gesellte sich sehr zur Freude von di Montezemolo zum russischen Hersteller von Sicherheitssoftware und dem Energydrink-Hersteller aus Brasilien, die ihre Verträge verlängerten, mit ins Boot. Entsprechend fühlt sich Ferrari gut aufgestellt, um endlich die Siegesserie von Sebastian Vettel und Red Bull zu beenden.

Nächste Präsentationen stehen an

Ähnliche Ambitionen hatten Ex-Weltmeister Jenson Button und Hamilton-Nachfolger Sergio Pérez tags zuvor bei der Vorstellung des neuen McLaren MP4-28 im englischen Woking deutlich gemacht: "Wir wollen Weltmeister werden", sagte Button.

Vettel wird am Sonntag im englischen Milton Keynes seinen neuen Red Bull RB9 präsentieren. Mercedes mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg stellt den neuen Silberpfeil am Montag im spanischen Jerez vor, wo ab Dienstag die ersten Tests auf dem Programm stehen.

Video: Onboard mit Alonso

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