Flachau - Bitterer Abend für Höfl-Riesch und Geiger

Maria Höfl-Riesch und Christina Geiger haben einen möglichen Podiumsrang beim Nachtslalom in Flachau aus den Händen gegeben. Die beiden Deutschen, nach dem ersten Durchgang noch Erste und Dritte, fädelten jeweils kurz vor dem Ziel ein und schieden aus. Das Rennen gewann Mikaela Shiffrin aus den USA vor der Schwedin Frida Hansdotter und Tanja Poutianen aus Finnland.

"Ich bin natürlich wahnsinnig enttäuscht, ich war sehr gut unterwegs", sagte die sichtlich geknickte Höfl-Riesch.

Mit einem überragenden ersten Lauf hatte die Partenkirchnerin auf einem ihrer liebsten Hänge im Weltcup zunächst den Grundstein zu einem Erfolg gelegt - 0,56 Sekunden lag sie vor Shiffrin. Im Finale fuhr Höfl-Riesch erneut angriffslustig, baute den Vorsprung auf die Amerikanerin sogar noch aus - dann unterlief ihr wie aus heiterem Himmel der Torfehler.

"Man muss einfach voll riskieren, so gut wie die anderen derzeit fahren, und das habe ich getan, leider ist es nicht aufgegangen", sagte Höfl-Riesch zu ihrem mutigen Auftritt im zweiten Durchgang. Shiffrin konnte damit ihren mittlerweile dritten Sieg in diesem Winter feiern, die 17-Jährige siegte vor der Schwedin Frida Hansdotter und der Finnin Tanja Poutiainen.

Auch Geiger unterläuft Missgeschick

Und Höfl-Riesch war mit ihrem Pech nicht allein. Das gleiche Missgeschick war zwei Minuten zuvor an beinahe der gleichen Stelle Christina Geiger unterlaufen. Die Oberstdorferin hatte nach dem ersten Lauf Rang drei hinter Höfl-Riesch und Shiffrin belegt, zum zweiten mal in ihrer Karriere hätte sie auf dem Treppchen stehen können - doch auch sie fädelte bereits in Sichtweite des Ziels an einer Torstange ein. Beste Deutsche war damit Lena Dürr (Germering) auf Rang 14, Barbara Wirth (Lenggries) belegte Rang 21.

Für Höfl-Riesch ist das unglückliche Ausscheiden ein kleiner Rückschlag beim Versuch, bis zur WM in Medaillen-Form zu kommen. Zwar ist ihre bisherige Saison nicht gerade enttäuschend verlaufen, noch am vergangenen Wochenende beim Weltcup in St. Anton aber hatte sie festgestellt, dass ihr "der letzte Tupfer" im Form von Siegen oder zumindest Podestplatzierungen fehle.

Höfl-Riesch war im laufenden Winter erst ein Sieg gelungen, im November im Slalom in Levi, und nur eine weitere Podestplatzierung. Ansonsten: dreimal Sechste, dreimal Fünfte sowie viermal Vierte - das kratzt am Selbstverständnis.

Die Piste am Griessenkar in Flachau war da wie gerufen gekommen. Dort hatte Höfl-Riesch im Jahre 2011 gewonnen, zudem war sie zwei weitere Male jeweils Zweite geworden. Diesmal sollte es nicht sein.

VIDEO: Das bittere Aus für Höfl-Riesch

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