Fall Pistorius - Schreckliche Vorwürfe gegen Chefermittler Botha

Bei den Ermittlungen gegen den unter Mordanklage stehenden Sportstar Oscar Pistorius ist Chefermittler Hilton Botha massiv in die Kritik geraten und vom Fall abgezogen worden. Dem Beamten wird versuchter Mord in sieben Fällen vorgeworfen. Botha und zwei Beamte sollen 2009 Schüsse auf einen mit sieben Personen besetzten Minivan abgegeben haben. Die Polizei von Pretoria bestätigte den Vorfall.

Botha muss daher im Mai wegen siebenfachen Mordversuchs vor Gericht erscheinen.

Da sich in dem Fahrzeug, auf das Botha und seine Kollegen schossen, sieben Menschen befunden haben, wird den Beamten siebenfacher Mordversuch vorgeworfen.

Die südafrikanische Polizei reagierte auf die Enthüllungen und ersetzte den leitenden Ermittler. "Wir verstehen die Bedeutung und den Ernst der Lage", sagte Polizeipräsidentin Mangwashi Phiyega.

Neuer Chefermittler wird der als "Spitzenkraft der Polizei" angekündigte Vineshkumar Moonoo.

Pannen bei der Ermittlung

Botha hatte sich vor Gericht strikt gegen eine Freilassung Pistorius' auf Kaution ausgesprochen, er sehe akute Fluchtgefahr bei dem 26-Jährigen.

Für Aufsehen sorgten zudem Pannen bei der Ermittlung. Botha musste schließlich einräumen, dass man keine Beweise habe, Pistorius' Darstellung, er habe seine Freundin Reeva Steenkamp versehentlich erschossen, zu widerlegen. Ein angeblicher Testosteronfund bei dem Paralympics-Star entpuppte sich ebenfalls als nicht gesichert.

Die Polizei musste zugeben, dass man noch nicht sagen könne, um welche Substanz es sich tatsächlich handele, da noch keine forensischen Tests gemacht worden seien.

Entscheidung erneut vertagt

Unterdessen ist in der Kautionsverhandlung auch am Donnerstag keine Entscheidung gefallen. Richter Desmond Nair vertagte die Anhörung in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria ein weiteres Mal.

Die Fortsetzung der Verhandlung am Freitag um 9.00 Uhr soll auch eine Entscheidung bringen. Pistorius' Anwälte streben eine Freilassung auf Kaution an, Nair hat aber bereits durchblicken lassen, dass sich der Sprintstar wenig Hoffnung auf eine Entlassung aus der Untersuchungshaft machen darf.

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