Fall Pistorius - Familie: "Oscar nie wieder derselbe"

Eisengitter und zwei Wachmänner: Oscar Pistorius wohnt nach seiner Freilassung auf Kaution bei seinem Onkel in Pretoria. Wie es um die Psyche des unter Mordanklage stehenden Sportlers bestellt ist, hat die Familie in einem Statement erklärt. "Oscar wird nie wieder derselbe sein. Er muss mit dem Wissen leben, dass er den Tod der Frau, die er liebte, verschuldet hat", heißt es darin.

Wie die "Bild" berichtete, habe der 26-Jährige gegenüber seiner Familie den Wunsch geäußert, in Kontakt mit der Familie der getöteten Reeva Steenkamp zu treten. Dazu dürfte es allerdings so schnell nicht kommen.

Zudem muss Pistorius die Auflagen erfüllen, die an seine Freilassung auf Kaution geknüpft sind. Alkohol ist tabu, verreisen darf er nicht, Pretoria kann er nur mit offizieller Erlaubnis verlassen. Diese Auflagen nehme er "sehr ernst", betonte Lunice Johnston, Sprecherin der Familie Pistorius.

"Sky News" zitierte die Sprecherin, der ehemalige Paralympics-Star wolle derzeit ohnehin "nur allein sein". Pistorius empfinde "sehr viel Reue".

Am 4. Juni steht der erste Gerichtstermin an, an dem über den Fall verhandelt wird. Bis dahin muss sich Pistorius zweimal in der Woche, immer montags und freitags, bei den Behörden melden.

Familie Steenkamp bittet um Respekt vor Privatsphäre

Unterdessen haben die Eltern der ermordeten Reeva Steenkamp die Medien gebeten, ihre "Privatsphäre zu respektieren. Uns ist das immense Medieninteresse sehr wohl bewusst. Doch trotz allem ist dies für uns sehr traurig und traumatisch. Daher wird es im Moment keine Interviews oder Gespräche mit den Medien geben", heißt es in der Mitteilung von Barry und June Steenkamp. Das Ehepaar hatte bislang diverse Journalisten in ihrem Haus in Port Elizabeth empfangen.

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