Fall Gribkowsky: Ecclestone mimt das Unschuldslamm

Ein Gerichtsverfahren gegen Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone in der Causa Gerhard Gribkowsky wird zum Justizthriller, ehe es eingeleitet wurde. Nachdem eine Anklage durch die deutsche Justiz seit Monaten über dem Zampano hängt wie ein Damoklesschwert und er bereits auf eine Anreise zum Rennen in Hockenheim verzichtete, baut Ecclestone jetzt verbal vor. "Ich wäre beunruhigt, wenn ich schuldig wäre. Aber das bin ich nicht", erklärt der 82-Jährige dem 'Corriere della Sera' trotzig.

Ecclestone, dem eine Schmiergeldzahlung in Höhe von 44 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 33 Millionen Euro) an den ehemaligen BayernLB-Vorstand zur Last gelegt werden könnte, gibt sich demonstrativ unbekümmert: "Ob sie versuchen, mich zu schnappen?", fragt der Brite. "Ich weiß es nicht und es interessiert mich auch nicht." Er wittert andere Interessen als nur Gerechtigkeit: "Mir ist lediglich bekannt, dass Menschen alles versuchen, wenn Geld eine Rolle spielt", so Ecclestone weiter.

Daran, dass er sich tatsächlich in München verantworten muss, glaubt der wohl mächtigste Mann der Formel-1-Geschichte nicht: "Es wird nicht so weit kommen, dass ich vor Gericht erscheine." Lieber gibt sich Ecclestone staatsmännisch und fordert, dass die Formel 1 denke und handele wie der weltweit führende Sport. Denn sein Ende sieht er nicht gekommen, obwohl er zuletzt angekündigt hatte, im Falle einer Anklage mit Konsequenzen seitens der Vermarktungsgesellschaft CVC Capital Partners zu rechnen.

"Ich werde weiter mit meinen Ideen dazu beitragen, ich habe noch einige in petto", beschreibt Ecclestone seine rosigen Zukunftsaussichten und spielt die Kritik, die Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo kürzlich an seiner Person übte, herunter. "Luca ist noch immer ein Freund und ich bin mir sicher, dass er die Dinge, der er über mich gesagt hat, nicht so meint. Das ist schon in Ordnung, es ist nur ein Rollenspiel." Der Scuderia-Chef hatte einen Rücktritt Ecclestones im Falle eines Verfahrens angesprochen und mit dem Wohl der Formel 1 argumentiert.

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