Europa League - Stuttgarter Schützenfest

Der VfB Stuttgart hat in der Europa League die Chance auf den Einzug in die K.o.-Runde gewahrt. Die Schwaben setzten sich bei Steaua Bukarest überraschend deutlich mit 5:1 (4:0) durch. Kapitän Serdar Tasci (5.), Martin Harnik (18.), Gotoku Sakai (23.) und Shinji Okazaki (31./55.) trafen für den wie entfesselt aufspielenden VfB. Mihai Costea (83.) erzielte den Ehrentreffer für Bukarest.

Die Lehren:

Stuttgart verfügt nur über einen kleiner Kader, der aber ist mitunter zum Großen fähig. Mit einer überragenden ersten Halbzeit schaffte der VfB die Grundlage zum höchsten Auswärtssieg im Europapokal und hat mit nun acht Punkten gute Chancen auf den Einzug in die Zwischenrunde. Mit einem Erfolg im abschließenden Gruppenspiel gegen den bereits ausgeschiedenen norwegischen Meister Molde FK steht Stuttgart sicher in der K.o.-Runde.

Der VfB war bei Steaua in allen Belangen überlegen und zeigte, wie spielstark die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia auftreten kann – wenn denn alle mitmachen. Wie eine Dampfwalze überrollte Stuttgart den hilflosen rumänischen Rekordmeister, der zuvor 17 Pflichtspiele nicht verloren hatte. Für Steaua, das als Gruppenerster (zehn Punkte) ebenfalls gute Chancen auf den Einzug in die Zwischenrunde hat, war es die höchste Heimniederlage im Europapokal. Zudem verloren die Rumänen auch den direkten Vergleich mit dem VfB.

Die Stimmen:

Trainer Bruno Labbadia (VfB Stuttgart): "Es war ein tolles Spiel, das hat einfach Spaß gemacht. Die Stimmung war unglaublich. Wie meine Mannschaft aufgetreten ist, war schon klasse. Wir haben von der ersten Sekunde an gezeigt, dass wir gewinnen wollen und haben es auch taktisch gut umgesetzt gegen diese Dreierkette. Wir waren sehr aggressiv gegen den Ball, das war richtig gut."

Martin Harnik (VfB Stuttgart): "Das war heute so ein Tag, an dem alles geklappt hat. Wir haben jetzt eine gute Ausgangslage für das Spiel gegen Molde."

Die Höhepunkte:

5. TOOOR für Stuttgart! Nach Ecke von Kuzmanovic kommt Tasci mit Anlauf völlig frei zum Kopfball. Der VfB-Kapitän nagelt den Ball zum 1:0 ins Tor. Traumstart für Stuttgart!

18. TOOOR für Stuttgart! Kuzmanovic bringt den fälligen Freistoß vor das Tor. Der Ball geht zunächst an Freund und Feind vorbei. Steaua-Torwart Tatarusanu erwischt den Ball nur halb. Am langen Pfosten lauert Harnik und köpft die Kugel unbedrängt ins Tor. 2:0 für den VfB!

23. TOOOR für Stuttgart! Da muss man sich ja erst einmal die Augen reiben! Okazaki geht vom linken Flügel in die Mitte und legt am Strafraum quer auf Sakai. Der jagt den Ball aus 18 Metern mit dem linken Fuß in den linken Winkel. Ein Traumtor! 3:0 für Stuttgart.

27. Erste dicke Chance für Steaua. Rusescu legt eine Flanke am Elfmeterpunkt gefühlvoll ab auf Pintilii, der aus acht Metern fünf Meter über das Tor schießt. Glück für den VfB!

31. TOOOR für Stuttgart! Ein Konter wie aus dem Lehrbuch, und das nächste herrliche VfB-Tor! Sakai wird über die rechte Seite geschickt, hebt den Kopf und flankt punktgenau auf den zweiten Pfosten. Da kommt Okazaki herangestürmt und köpft den Ball ins rechte obere Eck. 4:0 für Stuttgart.

35. Und dann brandet doch Jubel auf, weil Rusescu den Ball nach einer Ecke im Tor unterbringt. Aber Ulreich wurde zuvor von Szukala gefoult.

45. Viel zu eigensinnig!!! Stuttgart kontert über Ibisevic. Der Bosnier geht in den Strafraum und sucht selbst den Abschluss, obwohl Gentner am langen Pfosten völlig frei war. Das hätte das 5:0 sein können!

54. TOOOR für Stuttgart! Harnik setzt sich auf der rechten Seite durch und legt vor das Tor. Hajnal scheitert noch im Fünfer, weil ihm der Ball verspringt. Ibisevic setzt nach, wird aber geblockt. Und dann kommt Okazaki aus dem Hintergrund und setzt den Ball zum 5:0 ins Tor.

83. TOOOR für Bukarest! Popa spielt den Steilpass in die Schnittstelle der Stuttgarter Viererkette. Costea ist auf der linken Seite durch und schiebt aus 16 Metern überlegt ins lange Eck. Ehrentreffer zum 1:5.

Der Kracher: Stuttgarts Konterfußball

Derart fulminante Konter hat man wohl selten beim VfB gesehen. Die überfallartigen Angriffe trafen Steaua bis ins Mark und brachten den Hexenkessel früh zum Schweigen. Vor allem die vier Schläge in der ersten Halbzeit waren mit chirurgischer Präzision ausgeführte Tor-Operationen.

Im Abseits: Steauas Defensive

Ballverluste, Stellungsfehler, Durcheinander: Von einer Abwehr konnte bei Steaua nicht die Rede sein. Die Hintermannschaft wurde vom VfB nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen und in ihre Einzelteile zerlegt.

Die Statistik: 55

Seit fast 55 Jahren wartet Steaua auf einen Sieg gegen einen Bundesligisten. Der letzte Erfolg gegen ein deutsches Team datiert vom 8. Dezember 1957 (3:1 gegen Borussia Dortmund).

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