Europa League - Roma-Fans nach Mordversuch verhaftet

Zwei Hooligans des italienischen Erstligisten AS Rom sind nach dem brutalen Überfall auf Fans des englischen Klubs Tottenham Hotspur in Rom verhaftet worden. Den Rowdys wird versuchter Mord vorgeworfen. Ermittlungen laufen gegen insgesamt 15 Personen. Am Donnerstag war es vor dem Europa-League-Spiel zwischen dem AS-Rivalen Lazio Rom und Tottenham (0:0) zu Ausschreitungen gekommen.

Die Polizei geht davon aus, dass der Angriff seit längerer Zeit geplant war und einen antisemitischen Hintergrund hat, italienische Medien spekulieren über Absprache zwischen Anhängern der eigentlich rivalisierenden Klubs Lazio und AS.

Die für rechte Parolen berüchtigten Lazio-Fans entrollten während des Spiels ein Spruchband mit der Aufschrift "Free Palestine" und sangen in deutscher Sprache "Juden Tottenham".

Der englische Fußball-Verband FA forderte die UEFA am Freitag zu einer Untersuchung auf. "Wir sind betrübt und alamiert über die Ausschreitungen von Gesänge", sagte ein FA-Sprecher. Vor der Begegnung waren Spurs-Anhänger in einem Lokal angegriffen worden.

Gezielte Jagd auf Fans

Die Anhänger der Spurs wurden bereits in den 70er-Jahren von gegnerischen Fans auf der Insel mit antisemitischen Schmähgesängen überzogen und als "Yiddos" verspottet.

Die Fans reagierten auf ihre Weise, nannten sich bald selbst "Yids" und identifizierten sich, ähnlich der Fanszene bei Ajax Amsterdam, fortan mit jüdischer Symbolik.

Die Ermittler berichteten nun, dass die Rowdys gezielt auf die Tottenham-Anhänger in einem Lokal auf dem Platz Campo dei Fiori losgegangen seien.

Dabei wurden zehn Fans verletzt, ein Engländer musste mit schweren Stichwunden notoperiert werden.

In einer Reaktion auf den Vorfall wies Lazio die Vermutung, es habe sich bei den Angreifern um Lazio-Fans gehandelt, als grundlos zurück.

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