Europa League - Labbadia erwartet einen "Kraftakt"

Neu ist die Situation für Bruno Labbadia nicht. Als er den VfB Stuttgart im Dezember 2010 übernahm, steckte der Verein tief in der Krise. Gut zwei Jahre später wiederholt sich für den 47-Jährigen die Geschichte. Anstatt wie geplant das internationale Geschäft anzuvisieren, müssen sich die Schwaben nach fünf Bundesliga-Niederlagen an den hinteren Tabellenplätzen orientieren.

"Jetzt wird es wieder ein Kraftakt. Wir müssen bei aller Hektik die Ruhe bewahren", sagte Labbadia bereits vor dem Zwischenrunden-Hinspiel in der Europa League am Donnerstagabend gegen den KRC Genk mit Blick auf die prekäre Situation. Die könnte sich noch verschlechtern, sollte der VfB am Sonntag auch das brisante Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim verlieren.

Dabei hatten sich Labbadia und Sportdirektor Fredi Bobic alles ganz anders vorgestellt. Mit der jüngsten Vertragsverlängerung von Labbadia bis 2015 wollten die Verantwortlichen ein Zeichen setzen und für Aufbruchstimmung sorgen - doch der erhoffte Effekt blieb aus.

"Erst einmal wieder die Basis schaffen"

Noch steht der Trainer nicht in der Kritik, auch wenn es nach dem 1:4 gegen Bremen am vergangenen Wochenende vereinzelte "Bruno-raus"-Rufe gegeben hatte. Eine fatale Situation für die finanziell angeschlagenen Schwaben: Eine Trennung von Labbadia, sollte sich die sportliche Situation weiter verschlechtern, käme dem Verein sehr teuer.

Doch an den "worst case" mag in Stuttgart derzeit niemand denken, auch wenn Bobic weiß, dass dem VfB "ein harter und schwieriger Weg" bevorsteht: "Wenn man in einer Negativspirale steckt, ist das schwer zu stoppen." Man müsse jetzt erst einmal wieder die Basis schaffen, um in der Liga "stabil unterwegs zu sein".

Ob Labbadia seine Entscheidung nach wochenlangem Poker um einen neuen Vertrag schon bereut hat, ist bisher nicht überliefert. Mit seiner Unterschrift machte er aber deutlich, den eingeschlagenen Sparkurs der Schwaben auch weiterhin mittragen zu wollen.

"Seitdem wir hier angefangen haben, sind wir diesen intensiven Weg bedingungslos mitgegangen. Dieser Weg ist für uns noch lange nicht zu Ende", hatte Labbadia erklärt.

"Nicht am Ende der Ziele"

Es gelte nun, "die geschaffenen Strukturen in der Mannschaft sowie im gesamten Verein auszubauen. Wir wollen den VfB-Fans ein Team präsentieren, das Spaß macht und begeistert. Darauf habe ich totale Lust", ergänzte der VfB-Coach - zu diesem Zeitpunkt ahnte er noch nicht, dass die Stuttgarter derart abstürzen würden.

Labbadia ist seit Dezember 2010 beim VfB im Amt und hat nach einigen Trainerwechseln beim VfB in den Jahren zuvor wieder für Konstanz auf diesem Posten gesorgt. "Sie genießen bei uns großes Vertrauen, weil wir wissen, dass sie noch nicht am Ende mit ihren Zielen sind", hatte Bobic unlängst gesagt.

Der frühere Profi hatte die Stuttgarter in seinem ersten Halbjahr vor dem Abstieg gerettet und den VfB im vergangenen Jahr trotz der Sparpolitik in die Europa League geführt.

Für Aufsehen sorgte Labbadia in der Hinrunde mit seiner Wutrede ("Die Trainer sind nicht die Mülleimer"). Kritik übte er da auch am Umfeld der Stuttgarter, das zu hohe Erwartungen schüren würde. Der Verein hatte in den vergangenen Wochen angesichts gewisser Vorbehalte des Trainers deshalb viel getan, um Labbadia vom "Stuttgarter Weg" zu überzeugen. Wohin der allerdings führt, ist offener denn je.

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