ERC - Ketomaa siegt in Lettland

Jari Ketomaa (Ford Fiesta S2000) hat das Duell mit Craig Breen (Peugeot 207 S2000) beim lettischen Lauf der ERC-Serie zwischen Liepaja und Ventspils für sich entschieden. Der Finne brachte am Ende der 15 Wertungsprüfungen und knapp 240 Wertungskilometer 31 Sekunden Vorsprung mit in die Hafenstadt im Nordwesten Lettlands. Routinier Francois Delecour (Peugeot 207 S2000) landete auf Rang drei.

"Das war ein tolles Wochenende", freute sich Ketomaa nachdem er acht der 15 Prüfungen für sich entschieden hatte - sechs gingen an Breen, die allerletzte an Skoda-Pilot Jan Cerny, der im Gesamtklassement Rang vier belegte.

Bereits vor den letzten zwei Abschnitten hatte Ketomaa angekündigt, kein zu großes Risiko mehr eingehen zu wollen: "Hauptsache, ich behalte alles unter Kontrolle."

Dann aber gab der Ford-Pilot auf SS14 trotzdem nochmal richtig Gas und nahm Verfolger Breen weitere 12,4 Sekunden ab. "Es war definitiv ein großer Kampf", erklärte er anschließend und gab zu, doch noch etwas gezittert zu haben. "Wir hatten kaum Grip auf der Hinterachse, das hat es wirklich schwer gemacht."

Lukyanuks Motor streikt kurz vor dem Ziel

Mit dieser Leistung kurz vor Schluss der Rallye unterstrich Ketomaa noch einmal, dass er auch fahrerisch der Beste an diesem Wochenende war und kleinere Elektrik-Probleme am Peugeot von Breen am Sonntagmorgen nicht gebraucht hätte, um zu gewinnen.

Anders als Delecour, der sich lange Zeit ein Duell mit dem Russen Alexey Lukyanuk um Rang drei lieferte und letztlich als Sieger daraus hervorging, nachdem Lukyanuk auf der vorletzten Wertungsprüfung mit Motorproblemen ausschied. Zu diesem Zeitpunkt glaubte Delecour, der nach einem Fahrfehler einen wilden Ritt durchs Feld einlegte, dass er den Zweikampf bereits verloren hätte.

"Ich glaube, jetzt haben wir das Podium verspielt. Aber Platz vier gibt auch Punkte für die Meisterschaft", so der Vize-Weltmeister von 1993 kurz bevor das Aus von Lukyanuk bekannt wurde.

Cerny wird immer stärker

Dadurch rutschte auch Cerny schließlich auf Rang vier vor. Der Tscheche beeindruckte nach technischen Problemen am Freitagabend mit immer besseren Leistungen im Verlauf des Samstags beziehungsweise Sonntags und krönte seine Leistung mit der Bestzeit zum Abschluss auf SS15. Am Ende fehlten ihm nur 15,9 Sekunden auf den Podestplatz von Delecour, hinter dem er nach den ersten drei Prüfungen am Freitag bereits 1:14 Minuten zurückgelegen hatte.

"Wir sind wirklich überrascht, wie gut es am Ende lief", sagte Cerny. "Vor der Rallye war unser Ziel eine Top-10-Platzierung und am Ende gehörten wir zu den drei Schnellsten."

Durch den Sieg in Lettland übernahm Ketomaa auch die Führung in der Gesamtwertung, wo er mit nun 39 Zählern vor Österreich-Sieger Jan Kopecky (Skoda Fabia S2000 / 38 Punkte) liegt. Delecour ist mit 32 Punkten Dritter, sein Landsmann Bryan Bouffier (Peugeot 207 S2000 / 31 Pkte.) vor Breen (30 Pkte.) Vierter.

VIDEO: Der wilde Ausritt von Delecour

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