ERC - Ketomaa setzt vier Bestzeiten und führt

Mit vier Bestzeiten in Folge hat der Finne Jari Ketomaa am zweiten Tag der Rally Liepaja-Ventspils Führung erobert. Auf den größtenteils mit Schnee überzogenen und vollständig gefrorenen Straßen und Feldwegen von Lettland machte der Ford-Pilot aus einem Sechs-Sekunden-Rückstand eine Zwölf-Sekunden-Führung gegenüber dem Iren Craig Breen (Peugeot 207 S2000).

"Es war ein sehr guter Tag", freute sich Ketomaa (Ford Fiesta S2000). "Ich bin sehr zufrieden. Es gab viel gefrorenen Schotter, aber es war nicht zu schlimm."

Den Grundstein für seine Führung legte der Finne auf Wertungsprüfung 6, einem 21 Kilometer langen Teilstück, das auch als achte Wertungsprüfung noch ein zweites Mal zu absolvieren war.

Beim ersten Versuch war Ketomaa gleich 11,7 Sekunden schneller als der bis dahin führende Breen und zog so am Geburtstagskind aus Irland vorbei. "Es war eine sehr schnelle Prüfung und ich wollte bei der ersten Passage nicht zu viel Risiko eingehen", erklärte der jetzt 23-Jährige.

"Craig macht richtig viel Druck"

Vier Stunden später fehlten dem Youngster auf derselben Piste nur noch 5,5 Sekunden zum erneut schnellsten Ketomaa, obwohl sich auch der Finne selbst um ganze 20 Sekunden verbesserte.

"Das war eine tolle Etappe, auch wenn ich ein paar Fehler gemacht habe", sagte Ketomaa und fügte voller Respekt hinzu: "Craig macht richtig viel Druck."

Delecour hadert mit der Abstimmung

Hinter den beiden Dominatoren - alle neun Wertungsprüfungen der bisherigen Rallye gewann entweder Finne Ketomaa oder Ire Breen - schob sich am zweiten Tag der Veranstaltung der Russe Alexey Lukyanuk (Mitsubishi Lancer Evo X) auf Rang drei. Ihm fehlt allerdings bereits mehr als eine Minute zu Spitzenreiter Ketomaa.

Altstar Francois Delecour im zweiten Peugeot 207 S2000 belegt nur noch Platz vier, ist 14 Sekunden hinter Lukyanuk aber noch in Schlagdistanz zum Podestplatz. Vor allem auf der sehr schnellen Wertungsprüfung 6 beziehungsweise 8 kämpfte der ehemalige Vize-Weltmeister erneut mit seinem zu kurz übersetzten Getriebe. "Wir haben eine Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h", beklagte der Franzose.

Skoda-Pilot Cerny auf der Jagd

Auf dem Weg zurück in Richtung Spitze ist Skoda-Pilot Jan Cerny. Der Tscheche traf am Freitagabend einen Stein und zerstörte sich einen Bremsschlauch, weshalb er nur auf drei Rädern bremsen konnte. Nachdem der Defekt in der Nacht behoben wurde, startete Cerny seine Aufholjagd. Zweimal setzte er hinter Ketomaa die zweitbeste Zeit, und so schob er sich auf Rang sechs des Gesamtklassements nach vorne.

2:32 Minuten hinter dem Finnen wird er mit dem Sieg zwar am Sonntag nichts mehr zu tun haben, zumindest Platz fünf scheint aber realistisch. Dazu muss Cerny dem vor ihm platzierten Vytautas Svedas (Mitsubishi Lancer Evo X) auf den verbleibenden rund 105 Wertungs-Kilometern lediglich 9,7 Sekunden abnehmen.

VIDEO: Verfolgen Sie Ketomaa aus der Vogelperspektive

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