Eisschnelllauf - Schwarz auf Podest: "Wahnsinn!"

Samuel Schwarz hat beim Weltcup in Nagano/Japan für eine große Überraschung gesorgt. Der 29 Jahre alte Berliner lief in der Olympiahalle der Winterspiele 1998 in persönlicher Saisonbestleistung von 1:09,69 Minuten auf Rang zwei und feierte den zweiten Weltcup-Podestplatz seiner Karriere. Jenny Wolf verpasste hingegen als Vierte das Podest. Damit wartet Wolf weiter auf ihren ersten Saisonsieg.

Samuel Schwarz war nach seinem überraschenden Coup selbst ein wenig erschrocken. "Das gibt es doch nicht", sagte der Eisschnellläufer kopfschüttelnd, während er im Innenbereich der Olympiahalle der Winterspiele 1998 in Nagano/Japan den zweiten Podestplatz seiner Weltcup-Karriere mit Erstaunen zur Kenntnis nahm.

Der 29 Jahre alte Berliner war über 1000 m in persönlicher Saisonbestleistung von 1:09,69 Minuten auf Rang zwei gelaufen. Dass ihm der Finne Pekka Koskela (1:09,52) den ganz großen Coup vermieste, störte Schwarz wenig.

"Es ist unglaublich, das ist so genial. Wahnsinn", sagte Schwarz dem "SID": "Das Eis liegt mir sehr, es gleitet gut. Ich habe die Kurven gut getroffen, bin sauber gelaufen. Ich habe vorher gesagt, wenn es mit dem Podium klappt, dann flippe ich aus. Ich weine Gold nicht hinterher, ich habe Silber!" Schon seinen ersten großen Weltcup-Erfolg hatte Schwarz in Japan gefeiert, als er vor zwei Jahren das 1000-m-Rennen in Obihiro gewann.

Am Samstag hatte Schwarz auch über 500 m überzeugt. In der schwächeren B-Gruppe erreichte er ebenfalls persönliche Saisonbestleistung (35,63 Sekunden) und darf sich wie auch Nico Ihle (Chemnitz/35,56) Hoffnungen auf einen Sprung in die A-Gruppe nach dem Rennen am Sonntag machen. Einen Gedanken an die Starts bei den kommenden Läufen wollte Schwarz aber nicht verschwenden. "Ich habe meine Medaille. Ich reise ab, fahre nach Hause", scherzte er.

Wolf verpasst das Podest

Nach Späßen war Jenny Wolf derweil nicht zumute. Die 33 Jahre alte Sprinterin aus Berlin lief in 38,29 Sekunden auf den vierten Platz und damit knapp am Podest vorbei. "Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Der Start war nicht gut, da ist es schwer, das Rennen gut durchzulaufen", sagte Wolf, die am Sonntag im vierten 500-m-Lauf der Saison erneut ihr Glück versucht: "Ich kann nicht mehr machen, als zu versuchen, die Leistungen aus dem Training im Wettbewerb umzusetzen."

Auch Teamleader Helge Jasch hatte die Startphase, für gewöhnlich Wolfs Stärke, als Manko ausgemacht: "Es waren keine großen Fehler zu sehen, die Eröffnung kann sie aber deutlich schneller. Jenny ist nicht weit weg vom Podium." Der Sieg ging an die südkoreanische Olympiasiegerin Lee Sang-Hwa, die in 37,63 Sekunden Wolfs vier Jahre alten Bahnrekord verbesserte.

Eine Schrecksekunde nach ihrem Lauf über 1000 m erlebte die deutsche Meisterin Monique Angermüller. Die 28 Jahre alte Berlinerin, die in 1:17,49 Minuten auf Rang 14 landete, kollidierte nach dem Rennen mit der Kasachin Jekaterina Aijdowa und zog sich eine Beule am Kopf zu.

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