Eisschnelllauf - Wolf aufs Podium, Pechstein mit Saisonbestleistung

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Jenny Wolfs Jubel hielt sich in Grenzen. In 38,14 Sekunden war die Ex-Weltmeisterin beim Eisschnelllauf-Weltcup im niederländischen Heerenveen die 500 m gelaufen und ahnte bereits, dass es zum ersten Weltcup-Sieg der jungen Saison nicht reichen würde. Zwar sprang für die 33-Jährige am Ende noch der dritte Platz heraus, die Enttäuschung konnte Wolf dennoch nicht verbergen.

"Ich wäre natürlich gerne schneller gelaufen, habe mir mehr ausgerechnet. Insgesamt bin ich nicht ganz zufrieden", sagte Wolf dem SID. Im Duell mit Weltrekordlerin Yu Jing (China) erwischte Wolf einen für ihre Verhältnisse schwachen Start, zeigte sich im Vergleich zum Freitag aber in der Kurventechnik verbessert. Nach einem insgesamt runden Lauf musste sich Wolf der Olympiasiegerin Lee Sang-Hwa aus Südkorea (37,92) und Heather Richardson aus den USA (38,13) geschlagen geben.

Wolfs Fazit zum Saisonstart fiel aufgrund des DM-Titels in der Vorwoche in Berlin dennoch positiv aus: "Der Sommer verlief gut, das Training hat zu einhundert Prozent gestimmt. Ich muss das jetzt nur noch im Wettkampf umsetzten. Ich bin zuversichtlich, dass mir das gelingt."

Claudia Pechstein avancierte derweil zur großen Überraschung über die 1500 m. In 1:58,03 Minuten lief die 40-Jährige nicht nur deutsche Saisonbestleistung, sondern als Gesamtvierte auch denkbar knapp am Podium vorbei. "Ich hatte das Ziel, meinen Lauf zu gewinnen und beste Deutsche zu sein. Damit habe ich alles erreicht", sagte Pechstein, die sich über die 3000 m am Freitag nach Problemen mit Rang elf hatte begnügen müssen. "Ich habe vor dem Rennen die Schienen gewechselt", erklärte Pechstein.

Lob kam auch von Teamleader Helge Jasch: "Der Wettkampf am Freitag war nicht nach unserer Vorstellung. Heute hat sie das super gemacht, das ist eine Riesenzeit." Ihren erhofften Sieg im Massenstart verpasste Pechstein zwar, nach erfolgreichem Protest gegen die Punktwertung der Zwischensprints stand sie am Ende aber doch noch als Dritte strahlend auf dem Podest.

Große Enttäuschung herrschte bei der deutschen Meisterin Monique Angermüller. Der 28-Jährigen lief beim Wechsel auf der Geraden ihre Gegnerin Linda de Vries aus den Niederlanden vor die Füße und bremste Angermüller somit aus. Niedergeschlagen und sichtlich mitgenommen versuchte die Berlinerin, das Rennen zu verarbeiten. "Ich wusste, dass ich Vorfahrt hatte. Die Chance, um 1:57 zu laufen, war da. Die ersten 300 Meter waren schneller als letzte Woche, die erste Runde perfekt", sagte Angermüller. Der Sieg ging an Christine Nesbitt aus Kanada (1:56,35).

In der Herrenkonkurrenz über die Kurzstrecke zeigten die deutschen Athleten durchwachsene Leistungen, dabei schaffte einzig Nico Ihle (Chemnitz/35,91) eine Zeit unter 36 Sekunden. Samuel Schwarz (Berlin/36,09) und Denny Ihle (Chemnitz/36,32) präsentierten sich nicht überzeugend. Alle waren in der schwächeren B-Gruppe gestartet. Der Sieg in der stärkeren A-Gruppe ging an den Finnen Pekka Koskela (34,96).

Stärker lief Schwarz über die 1000 m. Der deutsche Meister brachte eine Zeit von 1:10,22 Minuten auf das Eis und blieb damit nur sieben Hundertstel über seiner Saisonbestleistung. Beim Sieg des Kanadiers Denny Morrison (1:09,94) reichte es für den 29-Jährigen zu Rang zehn.

In der Teamverfolgung schafften es Alexej Baumgärtner (Chemnitz), Patrick Beckert und Robert Lehmann (beide Erfurt) in 3:45,01 Minuten auf Rang fünf. Den Sieg sicherte sich das Trio aus den Niederlanden mit Bahnrekord (3:39,77).

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