DTM - Zanardis Traum zerplatzt: "Zu Tränen gerührt"

Der zweifache Paralympics-Gewinner Alex Zanardi hat den Traum von der DTM offenbar abgehakt. Der 46 Jahre alte Italiener, der am 8. November auf dem Nürburgring eine Testfahrt absolviert hat, schloss offiziell zunächst einmal den Start in der kompletten Saison aus. Der extra zu seinen Ehren in Gold lackierte BMW habe ihn "zu Tränen gerührt", sagte Zanardi der englischen Tageszeitung Telegraph.

"Wir haben auch intensiv über die Möglichkeit gesprochen, es ernsthaft weiterzuführen. Aber ich habe beschlossen, dass es mir im nächsten Jahr zu viel werden würde, die komplette Saison zu fahren."

Er habe nach seinem Doppelsieg mit dem Handbike bei den Paralympics in London so viele Angebote bekommen, dass er vieles hätte ablehnen müssen, sagte Zanardi weiter: "Denn ansonsten hätte ich keine Zeit mehr für die Dinge gehabt, die mir Spaß machen wie Radfahren oder Angeln mit meinem Sohn. Also habe ich mich entschieden, dass ich auf den nächsten Zug warte."

Umbau des Autos kaum möglich

Zwischen den Zeilen ließ sich jedoch schon mehrfach erkennen, dass die Chancen auf Starts des früheren Formel-1-Piloten in der DTM gering sind. Zanardi, der bei einem schlimmen Unfall auf dem Lausitzring 2001 beide Beine verlor, hatte schon nach seiner Testfahrt erklärt, er glaube nicht an eine Möglichkeit, "da das Level in der DTM für einen alten Mann wie mich zu hoch ist".

Nach seinem Unfall war er als Werksfahrer für BMW in der Tourenwagen-WM (WTCC) vier Siege gefeiert. BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt hatte jedoch durchblicken lassen, dass ein DTM- und ein WTCC-Auto "naturgemäß kaum vergleichbar" seien. Der Umbau des Wagens wäre viel schwieriger gewesen als für die WTCC, wo Zanardi mit der Hand Gas gab mit der Prothese des rechten Beins bremste.

Selbst sein neues Fahrrad sei ein "Aschenputtel-Schuh", meinte der Italiener schmunzelnd: "Ich bin der einzige, der draufkommt und der einzige, der wieder runterkommt."

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