DFB Pokal - Offenbach will Wolfsburg ärgern

Immerhin eine gute Nachricht erreichte den VfL Wolfsburg am Montag doch noch: Die Rasenheizung am Bieberer Berg funktioniert. Zumindest vorläufig. Nach tagelangem Schneefall und Regen erwartet den Fußball-Bundesligisten im DFB-Pokal-Viertelfinale beim zwei Klassen tiefer spielenden Favoritenschreck Kickers Offenbach dennoch ein großer Stolperstein.

"Der Platz wird mit Sicherheit tief sein. Und das eine oder andere Loch wird mit der Zeit auch auftauchen", sagte der neue OFC-Trainer Rico Schmitt der Offenbach-Post: "Das könnte ein Vorteil für uns sein." In der 2012 auf den Grundmauern des legendären alten Stadions fertiggestellten "Festung" könnten die hoch favorisierten Gäste "die Lust" verlieren, sagte Torjäger Mathias Fetsch: "Platzverhältnisse wie in Offenbach kennen die Wolfsburger wohl nicht".

Nachfragen könnten die in der Bundesliga strauchelnden "Wölfe" bei den Ligarivalen. Zuletzt musste Fortuna Düsseldorf nach einem 0:2 beim kampfstarken Drittligisten die Koffer packen. Zuvor waren die SpVgg Greuther Fürth sowie Zweitligist Union Berlin mit dem gleichen Ergebnis gescheitert.

"Frühes Tor" ist das Ziel

"Wolfsburg ist aber ein anderes Kaliber als die bisherigen Gegner. Die wollen das Spiel machen und werden versuchen, früh ein Tor zu erzielen", sagte Fetsch: "Das wird ein Highlight, auf das wir uns alle freuen. Wir haben nichts zu verlieren und wollen Spaß haben." Zumal auch am Wochenende der "Wettergott" kräftig mithalf. Nach der witterungsbedingten Absage der Samstagspartie bei Wacker Burghausen hatte der DFB-Pokalsieger von 1970 eine Woche spielfrei, um sich auf den Pokalschlager vorzubereiten - und ein wenig zu spionieren. "Wir sind bestens informiert", sagte Schmitt, der erst seit knapp zwei Wochen am Main im Amt ist: "Wir kennen die Stärken der Wolfsburger und auch die eine oder andere Schwäche."

Eine erneute Sensation würde dem finanziell angeschlagenen Traditionsverein dringend benötigte Prämien in die Kasse spülen. Wie die Bild-Zeitung berichtete, belasten den Tabellenzwölften acht Millionen Euro Schulden. "Die Situation ist angespannt", sagte Geschäftsführer David Fischer. Der Einzug in das Halbfinale wäre 1,891 Millionen Euro wert. "Dann trinke ich vier Bier und fahre mit dem Taxi heim", sagte Vizepräsidentin Barbara Klein.

"Fehler lassen sich nicht auslöschen"

Bei den Gästen aus der Autostadt ist Geld bekanntlich das kleinste Problem. In einer völlig enttäuschenden Saison ist der Pokal die letzte Chance, vielleicht doch noch in die Europa League zu rutschen. Nach zwei Trainerwechseln steht der VfL in der Liga mit nur 27 Punkte auf Platz 15 - viel zu wenig für die so ambitionierten Wölfe. "Wenn es uns gelingt, den Pokal zu holen, wäre die gesamte Saison positiv", sagte Mittelfeldregisseur Diego der FAZ: "Aber die Fehler die wir gemacht haben, lassen sich dadurch nicht auslöschen. Wir wissen das. Aber wir wissen auch, dass wir viel besser sein können, als wir es bisher waren."

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, beobachteten die VfL-Verantwortlichen das letzten OFC-Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken (2:0). "Wir werden sie nicht unterschätzen", sagte Dieter Hecking: "Das zeigen auch die Ergebnisse vorher." Der Trainer betonte, dass nicht die mögliche Qualifikation für Europa, sondern der Titelgewinn im Vordergrund stehe: "Der Pokal ist nicht der kürzeste Weg nach Europa, sondern das große Ziel ist, Pokalsieger zu werden."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Offenbach: Wulnikowski - Ahlschwede, Kleineheismann, Stadel, Stein - Feldhahn - Schwarz, Reinhardt, Fetsch, Bäcker - Vogler. - Trainer: Schmitt

Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Naldo, Madlung (Kjaer), Schäfer - Polak, Josué - Vieirinha, Diego, Olic - Dost. - Trainer: Hecking.

Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)

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