DFB Pokal - Die eine große Chance des BVB

Es ist das Spiel der Spiele im deutschen Fußball. Die besten Teams des Landes treffen im DFB-Pokal-Viertelfinale aufeinander, und doch gibt es einen klaren Favoriten: Bayern München. Der Rekord-Pokalsieger und -Meister ist so gut drauf, dass Siege momentan fast von allein zu kommen scheinen. Doch der BVB ist bis in die Haarspitzen motiviert. Denn der Pokal ist ihre große Chance.

Die Meisterschaft scheint entschieden, der Weg ins Champions-League-Finale ist noch sehr lang und extrem schwer.

Aber sollte die Borussia in München am Mittwoch (ab 20:30 Uhr im Liveticker auf www.eurosport.yahoo.de) gewinnen, so ist sie nur noch zwei Siege gegen vermeintlich leichtere Gegner davon entfernt, im Jahr 2013 doch noch einen Titel zu gewinnen.

"Wir haben Ambitionen in diesem Wettbewerb", sagt Trainer Jürgen Klopp, betont dann aber auch, wie schwer es wird: "Wir brauchen eine gute Leistung. Mit 98 Prozent können wir die Bayern nicht schlagen."

Angesichts des besonderen Flairs eines Gipfeltreffens wie diesem scheint alles egal zu sein, was in den vergangenen Wochen passiert ist - selbst das schwache 1:1 in Mönchengladbach. "Der Pokal ist ein anderer Wettbewerb", betont Nationalspieler Ilkay Gündogan und deutet damit auf den besonderen Charakter von K.o.-Spielen hin.

Reus: Spezialist für frühe Tore

Ein frühes Tor könnte der Partie die entscheidende Richtung geben, und allein Marco Reus hat in dieser Saison bereits acht Mal in den ersten zehn Minuten einer Partie getroffen - der gesamte Bayern-Kader zusammen nur fünf Mal.

Der DFB Pokal ist die große Chance für Dortmund - nicht nur, um im Mai die eigene Saison zu krönen, sondern auch, um schon im Februar dem Münchener Höhenflug einen schweren Dämpfer zu verpassen und die "bisher fantastische Saison" (Klopp) der Bayern zu einer lediglich guten Spielzeit herabzustufen.

Weil die Münchener nach zwei Jahren wieder an den Dortmundern vorbeigezogen sind und den BVB diesmal in den Schatten stellen, dürfte es den Borussen eine Herzensangelegenheit sein, die heile Münchener Welt zu erschüttern. Die Vorfreude auf diese Möglichkeit war bereits am Sonntag in Mönchengladbach groß, als die BVB-Fans direkt nach dem Abpfiff von den Lederhosen zu singen begannen.

Falsche Statistiken sind egal

Mut macht den Borussen nicht die oft zitierte und ohnehin nach der Supercup-Niederlage im vergangenen Sommer von "Pflichtspielen" auf "Liga- und Pokalspiele" geschönte Statistik von sechs Partien ohne Niederlage gegen München, sondern die eigene Leistungsfähigkeit. Das Selbstbewusstsein in Dortmund ist groß wie eh und je, Klopp spricht von der Gewissheit, "dass wir zu den wenigen Mannschaften auf dem Planeten gehören, die die Bayern schlagen können".

Er baut auf die Vorstellung im Hinrunden-Duell in der Allianz Arena, als der BVB ein 1:1 errang. "Da haben wir ein gutes Spiel gemacht und trotz einer schwächeren Anfangsphase am Ende verdientermaßen einen Punkt mitgenommen", findet der BVB-Trainer, und auch Bayerns Toni Kroos ist der Meinung: "Sie sind so gut wie auf Augenhöhe."

Die Bayern sind der Favorit, aber Dortmund ist "heiß", so sagt es Reus. So heiß, wie man nur sein kann. "Das wird mal ein richtig schöner Fight."

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