Davis Cup - "Kohli" verletzt, DTB fast im Abstiegskampf

Philipp Kohlschreiber verletzt, Florian Mayer verliert: Nach einem katastrophalen ersten Tag im Davis-Cup-Duell mit Argentinien steht das DTB-Team vor einem weiteren Jahr im Abstiegskampf. Nachdem Kohlschreiber in der Mittagshitze von Buenos Aires gegen Carlos Berlocq im fünften Satz wegen einer Oberschenkelverletzung aufgeben hatte, unterlag Mayer gegen Juan Monaco 7:6 (7:4), 3:6, 3:6, 4:6.

Kohlschreiber hat sich bei seiner einen zwei Zentimeter langen Einriss im Bizeps des linken Oberschenkels zugezogen. Das ergab eine Kernspintomographie im Krankenhaus in Buenos Aires, durchgeführt vom deutschen Mannschaftsarzt Dr. Tim Kinateder. Wie lange Kohlschreiber ausfällt, steht noch nicht fest. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland am Dienstag begibt sich der Weltranglisten-19. in Behandlung.

Kohlschreiber hatte das Auftakteinzel im Stadion Parque Roca gegen Carlos Berlocq im fünften Satz beim Stand von 6:3, 5:7, 6:2, 4:6, 5:4 aufgeben müssen. "Das ist unfassbar bitter für mich und das Team", sagte der 29 Jahre alte Augsburger.

"Wir haben drei Topspieler im Team"

Als Ersatzspieler an der Seite von Christopher Kas (Trostberg) steht Tobias Kamke (Lübeck) bereit - für seine Entscheidung, ob Kamke, Mayer oder doch Kohlschreiber aufläuft, hat Arriens bis eine Stunde vor Spielbeginn im Doppel Zeit.

Trotz der Schmerzen versuchte Kohlschreiber sich und seinen Mannschaftskollegen Mut zuzusprechen. "Wir haben drei Topspieler in unserem Team", sagte der Weltranglisten-19. aus Augsburg: "Von meiner Verletzung soll sich keiner runterziehen lassen."

Florian Mayer hielt sich an Kohlschreibers Devise - aber nur einen Satz lang. Zwar verspielte der 29 Jahre alte Bayreuther gegen den Sandplatzspezialisten Monaco zwei Breaks, im Tiebreak war Mayer jedoch der bessere Spieler. 5:1 hatte Mayer in der Bilanz vor der Partie geführt und es sah eine gute Stunde lang so aus, als könnte er diese ausbauen. Doch danach ging es für Mayer bergab.

Bis zu 37 Grad in Buenos Aires

Die berüchtigte südamerikanische Davis-Cup-Atmosphäre kam im 14.000 Zuschauer fassenden Stadion nämlich nicht auf. Lag es an der Hitze, bei bis zu 37 Grad gehen auch die Gauchos lieber ans Meer oder ins Freibad, an der Urlaubszeit oder an beidem: Die Ränge im Estadio Mary Teran de Weiss waren nur spärlich besetzt. Weniger als 2000 argentinische Fans wollten den Auftritt ihrer Mannschaft sehen.

Das fehlende Flair, die Differenzen im Team der Gastgeber, die in der Absage des Spitzenspielers Juan Martín del Potro gipfelten, und die neue Harmonie in der DTB-Auswahl hatten die Hoffnungen auf einen erfolgreichen Arriens-Einstand genährt. Längst sprach der 43-Jährige, der zum Ende des vergangenen Jahres Patrik Kühnen beerbt hatte, nicht mehr von einer Überraschung in der Pampa.

Haas drückt die Daumen

Auch die Daheimgebliebenen unterstützten ihr Team nach Kräften - undenkbar nach dem verkorksten Jahr 2012, als sich Kohlschreiber und Tommy Haas öffentlich bekämpft und Kühnen Kohlschreiber vor dem Relegationsspiel gegen Australien (3:2) kurzerhand aus dem Team geschmissen hatte. "Viel Glück. Es ist Zeit für die Revanche, Baby", schrieb Haas bei Twitter. Der Routinier, bei der 1:4-Niederlage gegen Argentinien zu Beginn der vergangenen Saison noch im Doppel im Einsatz, war in Los Angeles geblieben, weil er sich auf Sand nicht konkurrenzfähig fühlt.

Nach Kohlschreibers Verletzung wäre Haas nun umso wertvoller für das deutsche Davis-Cup-Team. So liegt die Verantwortung nun bei Mayer, Kamke und Kas, in den verbleibenden drei Begegnungen das Unmögliche möglich zu machen. Einen 0:2-Rückstand nach dem ersten Tag holte Deutschland in der 113-jährigen Davis-Cup-Geschichte erst einmal auf: 1960 gegen die Tschechoslowakei. Die Spieler damals hießen Christian Kuhnke und Wolfgang Stuck.

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