Dakar - Peterhansel weiter auf Erfolgskurs

Rekordsieger Stéphane Peterhansel hält bei der Rallye Dakar weiter Kurs auf eine erfolgreiche Titelverteidigung. Der Franzose vom deutschen Team X-raid wurde auf der zehnten Etappe nach 353 Wertungskilometern von Cordoba nach La Rioja zwar mit einem Rückstand von 2:19 Min. auf seinen Teamkollegen Orlando Terranova (BMW/3:57:58) Dritter, baute seine Führung in der Gesamtwertung jedoch weiter aus.

Den Dreifacherfolg für das Team X-raid komplettierte Joan "Nani" Roma, der Rang zwei belegte. Giniel de Villiers belegte im Toyota Hilux den vierten Platz. In der Gesamtwertung baute Peterhansel seinen Vorsprung auf de Villiers auf 52:38 Minuten aus.

Noch 104 Autos nahmen die zehnte Etappe von Cordoba Richtung La Rioja in Angriff. Zunächst fuhren die Teilnehmer vom Biwak aus 37 Kilometer zur Startlinie für den gewerteten Abschnitt. Der erste Teil der insgesamt 353 Kilometer verlief auf der gleichen Strecke wie jene der Motorräder.

Dann bogen die Autos allerdings für eine andere Schleife ab. Nachdem sie das Ziel erreicht hatten, fehlten noch 243 Kilometer bis zum Biwak in La Rioja. Die Prüfungsstrecke fand auf hartem Boden zwischen Schotter und spitzen Steinen statt. Teilweise ging es durch dichte Vegetation, aber auch zwischen riesigen Felsen entlang.

Allrad-Fahrzeuge im Vorteil

Die Fahrer mussten konzentriert agieren und bei den Boliden standen neben der Motorleistung auch die Traktion und die Bremsen auf dem Prüfstand. Das X-raid-Team eröffnete mit Roma und Peterhansel den Wertungsabschnitt. Auch das heutige Terrain kam den Allradlern mehr entgegen als den Buggies mit Hinterradantrieb. Peterhansel übernahm bei Kilometer 64 auch gleich das Kommando. X-raid flog fast im Formationsflug durch das Gelände. Mit Fortdauer der Etappe setzte sich Terranova bei den Zwischenzeiten an die Spitze. Roma und Peterhansel folgten im Minutenabstand. Auch de Villiers mischte wieder mit.

Der Vorteil der Allrad-Fahrzeuge von X-raid wurde im kurvigen Terrain deutlich. Terranova feierte nach einer Fahrtzeit von knapp vier Stunden seinen ersten Tagessieg. Der Argentinier sitzt am Steuer eines BMW X3 CC, der bis auf die Silhouette baugleich mit dem Mini ist. Roma hatte im Ziel 2:07 Minuten Rückstand und Peterhansel deren 2:19. De Villiers fehlten im Ziel 5:26 Minuten und er belegte den vierten Rang. Dadurch sicherte Peterhansel seine Gesamtführung nicht nur ab, sondern baute sie ein wenig aus.

Peterhansel reagiert auf starken Terranova

"Es war heute wieder eine technische Etappe wie in der WRC", vergleicht Peterhansel. "In der Früh änderte ich meine Strategie, denn Nasser musste gestern aufgeben. Deshalb ist mein Vorsprung etwas größer geworden, weshalb ich mehr auf Sicherheit fuhr. Ich fuhr aber zu sehr auf Sicherheit, denn nach 100 Kilometern hatte Terranova zwei oder drei Minuten auf mich aufgeholt und er war direkt hinter mir. Deshalb griff ich gegen Ende wieder etwas an. Wenn man pusht, dann ist man auch konzentrierter", weiß der Franzose aus Erfahrung.

"Für das Rennen, für die Show und die Spannung ist es nicht gut, aber für mich ist es nicht so schlecht, denn es ist gemütlicher. Ich kann das Auto gut kontrollieren. Ich kann zum Beispiel die morgige Etappe und die Etappe bei Copiapo managen, denn in den Dünen wird es noch richtig kompliziert", blickt Peterhansel auf die noch ausstehenden Gefahren voraus. "Wenn ich mehr Vorsprung habe, kann ich das Rennen kontrollieren und die guten Stellen für die Überquerungen der Dünen suchen. Für uns ist es sicherlich besser."

De Villiers verschafft sich Polster

Sein Vorsprung auf de Villiers beträgt nach zehn Etappen komfortable 52:38 Minuten. Dafür verteidigte der Südafrikaner den zweiten Platz, denn Leonid Nowitskiy war nicht so stark unterwegs wie seine X-raid-Teamkollegen und büßte 14 Minuten ein. Damit vergrößerte de Villiers sein Polster auf den Russen auf rund 17 Minuten. "Nach dem spannenden Montag haben wir es heute ruhig angehen lassen. Das war ein gutes Gefühl, denn schon morgen geht es wieder in die Vollen, wenn die Dünen von Fiambala anstehen", blickt de Villiers voraus.

"Obwohl wir heute einige Zeit im Staub hinter Robby Gordon festhingen, sind wir froh, dass wir den Abstand auf Platz drei vergrößern konnten. Das gibt uns Rückendeckung." Auch Gordon hatte mit dem Hummer keine Chance gegen X-raid und belegte in der Tageswertung mit knapp sieben Minuten Rückstand den fünften Platz. Für Matthias Kahle und Thomas Schünemann (SAM-Mercedes) lief es auch am Dienstag gut, denn die Deutschen setzten sich mit Rang neun in Szene. In der Gesamtwertung liegt das Duo auf Platz 13.

Am Mittwoch geht es weiter nach Fiambala. Die Autos müssen eine Wertungsstrecke über 219 Kilometer bewältigen. Es warten wieder knifflige Sanddünen.

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