Champions League - Traumlos Arsenal? Vorsicht Bayern!

Der FC Bayern kommt seinem Traum vom Champions-League-Endspiel schon im Achtelfinale ganz nahe. Nur knapp 18 Kilometer sind es vom Emirates Stadium, wo die Münchner am 19. Februar auf Arsenal treffen, bis zum Wembley Stadium, wo am 25. Mai das Finale gespielt wird. Nach dem "Drama dahoam" herrscht wieder Europa-Euphorie, Arsenal wird als "machbarer Gegner" eingestuft, wie Thomas Müller erklärt.

Es ist noch gar nicht so lange her, da wäre beim Namen Arsenal FC unvermeidlich das Schlagwort "Hammerlos" gefallen. Doch nachdem die Londoner noch immer vergeblich dem ersten Titel in der "Königsklasse" hinterherjagen, scheinen sie beim deutschen Rekordmeister nicht mehr in diese Kategorie zu fallen.

"Das ist ein schönes Los", sagt Kapitän Philipp Lahm. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge spricht von einem "Los, mit dem wir zufrieden sein können. Wir gehen als Favorit da rein." Sicher, unterschätzen dürfe man die "Gunners" natürlich nicht. Doch der Tenor ist klar: Arsenal soll nur Zwischenstation sein auf dem Weg ins zweite Finale in Serie.

Arsenal umso gefährlicher

Diese Ansicht hat er bestimmt nicht exklusiv, und sie fußt auf der Erfolglosigkeit des Gegners: Seite dem FA Cup 2005 hat Arsenal keinen Titel mehr geholt, die Stimmung im Highbury House wird zunehmend angespannter. In der Meisterschaft ist der Zug bereits abgefahren, im Liga-Pokal kam das Aus gegen Coventry City - bleiben nur noch der FA Cup sowie die Champions League. Und das macht den "Königsklassen"-Finalisten von 2006 umso gefährlicher.

In der Gruppenphase musste sich der FC hinter Schalke mit Rang zwei begnügen. "Wir bei Arsenal haben keine einfache Qualifikation hinter uns. Insgesamt haben wir aber unseren Job erledigt", so Trainer Arsène Wenger in seinem Blog bei eurosport.yahoo.de. Der Franzose weiß um die Qualitäten seiner Mannschaft. Noch immer haben die Londoner einen Top-Kader, in dem mit Per Mertesacker und Lukas Podolski auch zwei deutsche Nationalspieler stehen.

Dazu verfügt Arsenal über geballte Nachwuchskraft. Mit den Engländern Kieran Gibbs (23), Carl Jenkinson (20), Alex Oxlade-Chamberlain (19) und Jack Wilshere (20) sowie dem Waliser Aaron Ramsey (21) hat der Verein erst vor kurzem fünf junge Nationalspieler gebunden.

"Freude auf Poldi und Per"

Die Bayern sollten mehr als gewarnt sein, zumal Arsenal nach Real Madrid das vermeintlich zweitschwerste Achtelfinal-Los war. Die Bayern-Profis denken aber in erster Linie an die Wiedersehensfreude mit Podolski und Mertesacker oder an den Glanz des Emirates Stadium. "Ich freue mich auf das Wiedersehen mit Poldi und Per, es ist immer etwas Besonderes, auf Nationalelfkollegen zu treffen. Und es ist eine weitere Mannschaft, gegen die ich noch nie gespielt habe, auch in dem Stadion bin ich noch nicht aufgelaufen", so Lahm. Müller freut sich darauf, "das erste Mal in London zu spielen und speziell auf das Wiedersehen mit den beiden Deutschen Poldi und Per".

Was die Historie betrifft, haben die Münchner die Nase vorne. 2001 trafen die Bayern auf dem Weg zum Titel in der Zwischenrunde auf Arsenal (2:2, 1:0), 2005 im Achtelfinale setzte sich der FCB ebenfalls durch (3:1, 0:1). Doch bei allen Vorteilen und der Favoritenrolle sollte man an der Säbener Straße eines nicht vergessen: Arsenal ist und bleibt ein Hammerlos!

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