Champions League - "Bei Ronaldo kannst du nur beten"

United-Coach Sir Alex Ferguson adelt den Real-Star nach dem hochklassigen Achtelfinal-Hinspiel. Trotzdem: Sein Team hat jetzt einen Vorteil.

Nach dem Schlusspfiff trafen sich erst ihre Blicke, dann ging Cristiano Ronaldo entschlossenen Schrittes Richtung Kabine - und umarmte seinen alten Ziehvater.

Das Verhältnis zwischen dem portugiesischen Superstar von Real Madrid und Sir Alex Ferguson, der Trainer-Ikone von Manchester United, ist geprägt von Respekt. Das war auch nach dem temporeichen 1:1 (1:1) im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League deutlich erkennbar.

Ronaldo erzielte in einer mitreißenden Begegnung in der 30. Minute den Ausgleich gegen seinen Ex-Klub. Danny Welbeck (20.) hatte zuvor das wichtige Auswärtstor für die Engländer erzielt, denen im Rückspiel am 5. März schon ein torloses Remis zum Weiterkommen reicht.

"Ich denke, wir haben eine gute Chance, im Old Trafford zu treffen und in die nächste Runde einzuziehen", glaubt Ronaldo. "Wir übernehmen immer die Initiative und reisen nach Manchester, um dort zu gewinnen."

Viele haben vor der Partie von einem vorgezogenen Finale gesprochen - und das Giganten-Duell vor 80.000 Zuschauern im Estadio Bernabeu hatte von der ersten Minute an gehalten, was es versprach.

Özil und Khedira in Top-Form

Die Rekordmeister der besten Ligen der Welt lieferten sich ein rassiges Duell, in dem beiden Teams kaum Zeit zum Luftholen blieb. Auch Mesut Özil und Sami Khedira machten dabei eine gute Figur.

Real-Trainer Jose Mourinho war nicht unzufrieden: "Es ist alles offen im Rückspiel, es wird ein Kampf bis zur letzten Minute. Die Chancen stehen 50:50. Aber es ist kein schlechtes Ergebnis, wir können dort mehr als ein Tor erzielen", glaubt er.

Außerdem kann er ja mittlerweile auf die Künste von Ronaldo bauen. Der Offensivakteur verbrachte sechs seiner Jahre bei United und verzichtete aus Respekt auf einen Torjubel, zeigte insgesamt jedoch eine herausragende Leistung.

Für seinen Treffer bekam er die volle Anerkennung - insbesondere von Ferguson: "Was für ein Kopfball! Unglaublich, den kann man nicht halten. Der Sprung, die Art und Weise, wie er in der Luft steht, die Kraft...", schwärmte er und adelte ihn: "Wenn er den Ball bekommt, kannst du nichts anderes machen als beten."

Emotionen bei "CR7"

Ferguson wusste: "Es war schwierig für Cristiano gegen sein altes Team zu spielen, es war viel Emotion bei ihm, weil er so viele großartige Jahre bei uns verbracht hat."

Ebenfalls über sich hinaus wuchs United-Keeper David de Gea. Nicht immer hatte er in dieser Saison geglänzt, doch am Mittwochabend war er in Gala-Form und entschärfte reihenweise gefährliche Schüsse auf seinen Kasten.

"Er hat sich gesteigert, er hatte drei oder vier Glanzparaden. Ich freue mich für ihn, auch weil er ein ehemaliger Spieler von Atlético, der hier in Madrid gespielt hat, ist", schmunzelte Ferguson.

Sein Team hat es im Old Trafford nun selbst in der Hand. "Vor dem Hinspiel hätten wir ein 1:1 ohne Frage akzeptiert. Nun ist das Viertelfinale für uns definitiv in greifbarer Nähe."

Wenn ausgerechnet Ronaldo sich ihm dann nicht in den Weg stellt...

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