Champions League - Hummels: Der bewegte Mann

Selten waren die zwei Gesichter von Borussia Dortmund so klar zu sehen, wie beim Spiel in Donezk. Besonders Mats Hummels erlebte eine Achterbahnfahrt der Emotionen.

"Mats macht das 1:2, das 2:2 und köpft einmal an die Latte!"

Jürgen Klopp konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, als er den bewegten Abend seines Abwehrchefs Mats Hummels zusammenfasste.

Ohne Zweifel hatte der Nationalspieler beim 2:2 (1:1) seiner Borussia beim Achtelfinal-Hinspiel in Donezk die Rolle des Animateurs übernommen. Obwohl das gar nicht nötig gewesen wäre.

Ein aufregendes Spiel auf einem der "Königsklasse" angemessenen Niveau hatten beide Mannschaften geboten. Hummels stach trotzdem heraus.

"Wenn du im Laufe deiner Karriere in 80.000 Kopfballduelle gehst, kann so etwas mal passieren", analysierte Coach Klopp die Szene, in der sein Abwehrchef um ein Haar die geschmackvoll vorbereitete Suppe seiner Mannschaftskollegen komplett versalzen hätte. "Man kann es nur so erklären: Er war für einen kurzen Moment unkonzentriert."

"Heute nicht schlecht verteidigt!"

Es war der Moment unmittelbar vor dem 1:2 durch Douglas Costa (68.), als Hummels einen "Mondball" aus der Hälfte der Gastgeber völlig falsch einschätzte und schließlich unter diesem hinweg tauchte. Nicht der einzige Aussetzer des sonst so zuverlässigen Anführers an diesem bitterkalten Abend in der Ukraine. Da passte es ins Bild, dass Hummels früh mit einem Kopfball an der Latte scheiterte und so die beruhigende Führung verpasste.

Im Verbund mit Felipe Santana präsentierte sich Hummels in der Verteidigungsreihe des deutschen Meisters wie schon zuletzt in Leverkusen und gegen Hamburg nicht sattelfest. Dies sah Klopp nach dem Spiel anders: "In den beiden letzten Bundesliga-Spielen haben wir schlecht verteidigt", erklärte er. "Heute nicht! Trotzdem haben wir zwei Gegentore bekommen, weil Donezk eine unglaublich hohe Qualität im Angriffsspiel hat."

Einige haarsträubende Stellungsfehler seiner Innenverteidiger besonders bei hohen Bällen und ungewohnte Unkonzentriertheiten im direkten Zweikampf werden dem Trainer jedoch auch nicht entgangen sein. Es machte fast den Eindruck, als sei der BVB überrascht gewesen, dass Schachtjor seine Angriffe vornehmlich über lange Bälle vortrug, anstatt durch Kombinationsspiel zu glänzen.

"Glücklich sein" die erste Maßgabe

Am Ende der 90 Minuten konnte Mats Hummels dennoch von einer guten Ausgangsposition berichten. Er hatte sich und das Team noch einmal gerettet. Mit seinem Kopfballtor in der 87. Minute, dass den Endstand bedeutete. In den ersten 45 Minuten hatten zunächst Dario Srna (31.) und Robert Lewandowski (41.) getroffen. "Das war eine Achterbahnfahrt. Eigentlich ist das Unentschieden fast zu wenig", meinte er. "Doch wenn man sieht, dass wir zweimal hinten lagen, ist es okay. Wir hätten aber noch eine bessere Basis schaffen können."

Durchaus möglich. Trotzdem sollte die weiterhin ungeschlagene Borussia das Ergebnis als Erfolg verbuchen, fand auch Klopp, der seinen Spielern "glücklich sein" als Maßgabe mit in den Mannschaftsbus schickte. Er jedenfalls zeigte sich "zufrieden, alles gut!"

Dennoch bleibt Klopp und seiner Mannschaft bis zum Rückspiel am 5. März eine ganze Menge arbeitet. Neven Subotic wird bis dahin wohl wieder in die Startformation integriert sein. Zusammen mit Hummels soll der Serbe wieder für die gewohnte Stabilität in der Innenverteidigung sorgen. Auch wenn Kapitän Sebastian Kehl auch so sicher ist: "Ich denke, dass wir es im Rückspiel zu Hause packen können."

Sehen Sie die Tore aus Donezk in der 3D-Animation:

0:1 - Weidenfeller, der war haltbar!

1:1 - Lewandowski nutzt Fehler eiskalt aus

1:2 - Hummels und Schmelzer patzen

2:2 - Hummels rettet immerhin noch das Remis

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