Champions League - Druck auf BVB-Kessel

Es wird Ernst für Borussia Dortmund. Das Achtelfinal-Hinspiel in Donezk (heute ab 20:45 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de) hat für den Double-Sieger richtungweisenden Charakter - für die gesamte Saison. Es ist der Auftakt in eine Serie heißer Duelle in den kommenden Wochen.

Es ist das bisher wichtigste Spiel der Saison.

Nachdem die Meisterschaft am vergangenen Samstag gegen 17:25 Uhr endgültig zu den Akten gelegt werden konnte, liegt der Fokus auf den verbleibenden zwei Hochzeiten. Denn auch die haben ihren Reiz, vielleicht sogar größeren als die Meisterschale, die der BVB seit zwei Jahren durchgehend in der Vitrine aufbewahrt.

Nun ist Eile geboten. Die gegen Hamburg kurzfristig verlorene Topform muss schon in Donezk wieder an den Tag gelegt werden. Sonst ist die Saison für den Double-Champion vielleicht schon vorbei.

Nach dem heutigen Kräftemessen mit Ukraines Übermannschaft steht schon am Samstag das Bundesliga-Duell mit Eintracht Frankfurt auf dem Programm, bevor es am 27. Februar beim FC Bayern um den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals geht. Anschließend kommt es zum Rückspiel gegen die Ukrainer (5. März).

"Wollen Großes gewinnen"

Doch zunächst gilt die volle Konzentration dem Spiel in der bitterkalten Dombass Arena.

"Ich habe nicht mehr viele Möglichkeiten, Großes zu gewinnen", stimmt Kapitän Sebastian Kehl, der heute seinen 33. Geburtstag feiert, das junge Team ein, "hier wollen wir damit anfangen". Keine Frage, die herausragende Gruppenphase hat die Borussia selbstbewusst gemacht. Marco Reus glaubt sogar, der BVB sei noch stärker als zum Zeitpunkt der ungeschlagenen Serie gegen Madrid, Manchester und Amsterdam.

"Natürlich haben wir einen guten Eindruck hinterlassen, wir haben uns seitdem aber auch noch mal deutlich gesteigert. Rückschläge wie gegen den HSV gibt es, aber das wird uns nicht umwerfen", verspricht der Nationalspieler bei "sport1".

Eine Einstellung, die bei der Konkurrenz Angst schürt. Längst gilt Dortmund als ernsthafter Anwärter auf den Titel. "Es gibt vier, fünf Mannschaften, die vor Juventus stehen", sagte beispielsweise Gigi Buffon vor dem Spiel seiner "Alten Dame" in Glasgow, und nannte nach Barcelona und Bayern gleich Dortmund. Es folgten Madrid und Manchester United. Ohnehin sei es in Italien die vorherrschende Meinung, dass der BVB und Barca den Titel unter sich ausmachten.

Donezk voller Selbstvertrauen

Donezk möchte aber selbst ein gewichtiges Wort im Kampf um den Henkelpott mitreden. Man hat Respekt vor dem BVB, mehr aber auch nicht. "Deutsche Mannschaften liegen uns", orakelt Trainer Mircea Lucescu. Schachtjor gewann in seiner Geschichte schon gegen den VfB Stuttgart, Schalke 04 und Werder Bremen. "Wir schauen nicht auf den Gegner, wir schauen auf uns."

"Unsere Chance, weiter zu kommen, ist gut. Wir wissen, wie wir den BVB schlagen können", kündigt der Brasilianer Alex Teixeira voller Überzeugung an.

Marco Reus ist da selbstredend anderer Meinung. "Donezk hat sich uns sicher nicht gewünscht, denn wir haben in der Champions League schon bewiesen, dass wir gut drauf sind", entgegnet der 23-Jährige. "Wir können das Niveau halten und auch mitspielen. Wir müssen höchst konzentriert sein und unsere beste Leistung an den Tag legen."

Dass die Gastgeber seit Mitte Dezember kein Spiel mehr bestritten haben, will Klopp indes nicht als Vorteil durchgehen lassen. "Wir sollten uns nicht damit beschäftigen, dass es Schachtjor an Spielpraxis mangelt. Die haben in dieser Zeit vielleicht sogar mehr (Test)-Spiele gemacht als wir."

"Wir haben uns gut vorbereitet", ist sich Kehl sicher. Das ist auch nötig. Denn heute starten die Wochen der Wahrheit.

VIDEO - Vorschau auf Donezk gegen Dortmund

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