Champions League - "Fettes Ausrufezeichen"

Nach seiner persönlichen WM-Revanche konnte Torwart Silvio Heinevetter die Bedeutung des Sieges gar nicht hoch genug bewerten. "Das war ein Riesen-Event heute - für uns wichtig, für Berlin wichtig und für den Handball wichtig", sagte der Matchwinner der Füchse. Vor gut zwei Wochen hatte der extrovertierte Schlussmann noch mit dem deutschen Nationalteam im WM-Viertelfinale gegen Spanien verloren.

Nun gab es beim überraschenden 31:30 (14:16)-Erfolg in der Champions League gegen den FC Barcelona zumindest ein bisschen Wiedergutmachung.

Mit sieben spanischen Weltmeistern war der Topfavorit auf den diesjährigen Titel in Berlin angetreten - und musste sich vor 13.333 frenetischen Zuschauern dennoch geschlagen geben. Nicht nur, aber auch und vor allem wegen Heinevetter.

Mit 19 gehaltenen Bällen war der Füchse-Keeper mal wieder der Hauptdarsteller in einem wahren Handball-Krimi. Höhe- und zugleich Schlusspunkt der Gala war seine Parade, als er wenige Sekunden vor Schluss den letzten Wurf der Gäste von Siarhei Rutenka entschärfte. Der grenzenlose Jubel und ohrenbetäubende Lärm in der Arena am Ostbahnhof hätten beinahe die Schlusssirene übertönt.

"Wenn man uns lässt, sind wir gefährlich"

"Selbst einige von den Spaniern haben gesagt, die Stimmung war besser als vor zwei Wochen, als sie im eigenen Land Weltmeister geworden sind", sagte Füchse-Kapitän Torsten Laen. Und Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen, der wie Heinevetter mit dem DHB-Team gegen Spanien verloren hatte, ergänzte: "Das ist ein fettes Ausrufezeichen. Ein Riesenerfolg für ganz Berlin und den deutschen Handball."

Auch wenn der sportliche Wert des Sieges erst einmal überschaubar ist - die Füchse bleiben Zweiter - für Manager Bob Hanning war es mehr als nur ein Erfolg auf dem Platz. "Das Wichtigste ist, dass man sieht, dass die Jungs in der Lage sind, in dieser Stadt klare Impulse zu setzen", sagte der "Macher" des Füchse-Erfolgs: "Wir haben gegen die vermeintlich stärkste Mannschaft der Welt verdient gewonnen. Ich hab nicht so richtig dran geglaubt, wenn ich ganz ehrlich bin. Aber wenn man uns lässt, sind wir gefährlich."

Füchsen droht massiver Aderlass

Wie häufig sich solche Ausnahmeabende noch wiederholen können, ist zumindest in der kommenden Saison ungewiss. Mitte Januar hatte Hanning einen gravierenden Einschnitt für die kommende Spielzeit angekündigt. In Kapitän Torsten Laen, Evgeni Pevnov, Ivan Nincevic, Mark Bult und Borge Lund sowie Rechtsaußen Johannes Sellin müssen sechs Spieler den Bundesliga-Vierten am Saisonende verlassen. Sie erzielten insgesamt 17 Treffer gegen die Spanier, Nincevic war mit sechs Treffern bester Torschütze.

Für Hanning allerdings kein Grund zur Sorge, erst recht nicht in der Stunde des Erfolgs "Wir sind der Beweis, dass man es nicht nur mit Weltstars schaffen kann, sondern auch mit eigenen jungen Leuten", betonte der 45-Jährige: "Und ich glaube, dass wir uns auf die die nächsten Jahre freuen können, da kommen noch weitere junge Talente dazu."

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