Champions League - Bitter exklusiv: "Es geht langsam voran"

Johannes "Jogi" Bitter war Weltmeister, Pokalsieger und Deutscher Meister. Doch seit mehr als einem halben Jahr muss der Handball-Schlussmann aufgrund eines Kreuzbandrisses mit der Rolle des Zuschauers vorliebnehmen. Im Exklusiv-Interview mit Eurosport spricht der 30-Jährige vom HSV Hamburg über seine "Tour de France" auf dem Ergometer und die Situation in der Spielerbox.

Die O2-Arena in Hamburg ist mit knapp 6.000 Zuschauern gefüllt, auf dem Feld machen sich die Mannschaften des HSV und der SG Flensburg-Handewitt zum Nordschlager in der Champions League bereit. Handball-Feiertage, wie sie Johannes Bitter liebt, eigentlich. Denn am 26. März dieses Jahres zog sich der Torwart, der 142 Mal für Deutschland zwischen den Pfosten stand, einen Kreuzbandriss zu. Seitdem muss er zuschauen.

Herr Bitter, haben Sie die Tour de France auf dem Ergometer bereits hinter sich gebracht?

Johannes Bitter (lacht): Ich habe in der Tat sehr viel auf dem Fahrrad trainiert. Es geht mir gut und nachdem Handball-Training bis vor kurzem noch Wochen und Monate weg war, kann ich langsam wieder daran denken. Derzeit trainierte ich aber sehr viel alleine.

Lassen Sie uns über den Faktor Zeit sprechen. Brennen Sie schon auf ihre Rückkehr?

Bitter: Vor einem Monat war mir das noch egal mit der Zeit oder einem Datum der Rückkehr. Aber es geht langsam voran. Auf der anderen Seite muss ich mich auch ein wenig bremsen. Ich will da jetzt kein Quatsch machen.

Derzeit haben Sie die Zuschauerrolle inne und sitzen da in der HSV-Box nicht als einziger Spieler. Macht es das einfacher?

Bitter: Nein, auf keinen Fall. Es wäre viel besser, wenn ich da alleine sitzen würde, denn das hieße, dass Oscar Carlen oder Toto Janßen dem Team dann zur Verfügung stehen würden. Es würde der Mannschaft sehr helfen, wenn nur einer zuschauen müsste und der Rest auflaufen könnte.

Kann das Zuschauen nicht auch ein Lernprozess sein? Sie können die Partien aus der Trainer-Perspektive betrachten und Mängel anders erkennen.

Bitter: Das sehe ich nicht so. Ich bin viel zu weit weg von der Situation, die der Trainer innehat. So ein Trainerjob wäre momentan auch nicht mein Ding. Wenn ich zuschauen muss, dann analysiere ich unsere Leistungen genau so, wie ich das sonst auch tue. Ich versuche jetzt eben, in der Halbzeit den einen oder anderen Tipp zu geben. Aber ob nun als Zuschauer oder Spieler: Ich bin immer voller Emotion dabei!

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