Buntes - Olympia-Eröffnung: Alles nur geklaut?

Ein britischer Künstler droht mit einer Klage gegen Danny Boyle, den Regisseur der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London. Lee Merrill Sendall wirft Boyle vor, eine von ihm entworfene Idee aus dem Jahr 2009 für die Zeremonie im Olympiastadion gestohlen zu haben. Dabei handelt es sich um den grasbewachsenen Hügel, der einen zentralen Punkt in der Eröffnungsfeier darstellte.

Sendall erstellte das Original des mit Wegen durchzogenen Hügels für einen Wettbewerb des "Arts Council England" und des Organisationskomitees der London-Spiele (LOCOG).

Zwar schaffte es der Entwurf in die Endrunde, doch der Sieg und das damit verbundene Preisgeld von 500.000 Pfund (rund 620.000 Euro) blieben Sendall verwehrt. Die Idee war aus seinem Kopf verflogen, bis er während der Eröffnungsfeier "seinen" Hügel sah.

"Als ich das Design sah, erkannte ich sofort die Ähnlichkeit zu einigen Bildern, die wir für meinen Entwurf gemacht hatten", erklärte der Künstler aus Hull. "Das Ausmaß der Sache habe ich aber erst begriffen, als ich Nachrichten von Leuten bekam, die mich fragten, ob ich irgendwas mit der Eröffnungsfeier zu tun hätte."

Freunde und Verwandte riefen an und fragten Sendall, ob Boyle die Erlaubnis habe, "meine Idee zu nutzen".

Ein Hügel wie viele andere?

Am Ende waren es zu viele Konzepte und Bilder, die in der Zeremonie auftauchten, um den Künstler noch an einen Zufall glauben zu lassen. "Ich wäre gerne gefragt worden, ob man meine Ideen benutzen könne", so Sendall, der seine harte Arbeit dadurch nicht ausreichend gewürdigt sieht.

Ein Sprecher des Organisationskomitees wischte jeglichen Plagiatsvorwurf in "The Arts Newspaper" vom Tisch: "Das Erscheinungsbild der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele war von Danny Boyd - und nur von ihm." Boyle sei dabei vom "Glastonbury Tor" inspiriert worden, einem Hügel, wie es hunderte auf den britischen Inseln gebe.

Ein Anwalt für Urheberrecht erklärte in "The Arts Newspaper", der Fall hätte gute Chancen, wenn Sendall nachweisen könnte, das Boyle seine Entwürfe tatsächlich zu sehen bekommen hätte. Doch das sei schwer zu belegen, selbst wenn der Künstler das Geld für einen juristischen Beistand für eine Klage zusammenbringen würde.

Zum Vergleich die beiden "Originale":

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen