Bundesliga - "Unerklärlich!" Chaos-Woche endet mit Debakel

Verletzungen, Krankheiten, Länderspiel-Absagen und Wechselgerüchte bestimmten die Woche beim Deutschen Meister Borussia Dortmund. Die Quittung gab es vom HSV. Der fügte dem BVB mit 1:4 die höchste Heimniederlage seit dem 12. September 2009 bei. Nach dem Spiel gab sich Schwarz-Gelb kleinlaut. Der Fokus liegt bereits auf höheren Aufgaben.

"Sorry für die Leistung von mir, von uns... unerklärlich", ließ Mats Hummels seinem Frust auf der eigenen facebook-Seite freien Lauf. "Ich hoffe wir können das Mittwoch schnell wieder geraderücken!" Dann nämlich steht das wichtige Hinspiel im Achtelfinale der Champions League bei Schachtjor Donezk auf dem Programm.

Dass dieses deutlich höheren Stellenwert genießt als das zum kollektiven Blackout mutierte Spiel gegen Hamburg, war nach dem Schlusspfiff im Signal Iduna Park fast mit Händen zu greifen. Die Meisterschaft ist bei nunmehr 15 Punkten Rückstand auf die Bayern ohnehin weg. Deshalb spendeten die Fans brav aufbauenden Applaus, die BVB-Stars vermieden markige Worte und verschwanden aus dem Stadion - Gedanken und Kräfte sammeln.

"Lag nicht an Gräfe"

"An Herrn Gräfe lag es jedenfalls nicht heute", fiel Hummels' kurze aber treffende Analyse des Geschehens aus. Der Schiedsrichter hatte nach einer guten halben Stunde Robert Lewandowski vom Platz gestellt, nachdem der Pole seine gute Kinderstube im Zweikampf mit Per Skjelbred kurzzeitig ausgeblendet hatte. Da stand es allerdings schon 1:2 und die Borussia hatte sich den Schneid von mutigen Gästen längst abkaufen lassen.

"Letztendlich hat das Spiel dann die Wendung genommen, nach der Roten Karte wurde es hektisch und wild", kommentierte ein ungewohnt in sich gekehrter Jürgen Klopp, der im gleichen Atemzug lobende Worte für das "Weltklasse-Tor" des Hamburgers Heung-Min Son fand. "Am Ende haben wir alles versucht, aber nichts dafür bekommen. Das müssen wir heute mal so hinnehmen."

Der zweimalige Meister-Trainer bemängelte, dass "das Fehlen der Spieler im Training unter der Woche" dem eigenen Spiel nicht gut getan hatte. Das war selbst dem letzten Zuschauer im ausverkauften Stadion nicht entgangen. Zwar konnten Mario Götze und Marko Reus trotz körperlicher Schwierigkeiten in der Spielvorbereitung auflaufen. Das Fehlen von Linksverteidiger Marcel Schmelzer, den Sven Bender ordentlich vertrat, machte sich aber bemerkbar. Insgesamt fehlte dem Spiel des Meisters der letzte Kick.

Fernziel Top-8

Manager Michael Zorc hatte dies wohl erwartet, als er vor dem Anpfiff die Statistik verbreitete, seine Mannschaft habe bereits in der Hinrunde unmittelbar vor Champions-League-Spielen weniger Punkte geholt als in Spielen direkt danach. Darauf baut er auch diesmal.

Und darauf, dass Klopp erneut den Schalter findet, den er bei seinem Team in der Vorrunde der "Königsklasse" in schöner Tradition umlegte. Sowohl in Manchester (1:1), in Madrid (2:2) als auch in Amsterdam (4:1) blieb der BVB ungeschlagen. Gelingt dies in Donezk erneut, ist der erste Schritt unter die Top-8 Europas gemacht.

"Wir sollten am Mittwoch besser sein, und ich denke, das wird gelingen", ist sich Klopp bereits sicher.

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