Bundesliga - Trotz Dementi: Allofs-Wechsel fast perfekt?

Werder Bremen droht trotz aller Dementis weiter der Verlust von Geschäftsführer Klaus Allofs. Der Wechsel des 55-Jährigen zum Liga-Konkurrenten VfL Wolfsburg könnte sogar bereits in der kommenden Woche perfekt gemacht werden. Vertreter beider Klubs, die derzeit namentlich nicht genannt werden wollen, bestätigten dem SID, dass es zwischen Allofs und den Wölfen konstruktive Gespräche gegeben hat.

Der ehemalige Nationalstürmer sei in Wolfsburg der "Top-Kandidat", mit anderen Namen werde sich im Moment nicht beschäftigt.

Allofs hatte die Berichte über einen bevorstehenden Wechsel zuletzt zurückgewiesen. "Es gab weder Gespräche noch ein konkretes Angebot. Ich bin total fokussiert auf Werder. Das ist die Situation, eine andere stellt sich nicht", sagte er zuletzt.

Nun meinte er nach dem Werder-Abschlusstraining lediglich: "Ich habe gestern alles gesagt, seitdem hat sich nichts geändert."

Komplimente aus Wolfsburg

Wolfsburg machte dagegen aus seinen Sympathien für Allofs keinen Hehl. "Namen werden wir konkret nicht kommentieren. Aber Klaus Allofs würde aufgrund seiner Fähigkeiten als Manager jedem Klub gut zu Gesicht stehen", sagte Stephan Grühsem, Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG und Aufsichtsratsmitglied beim VfL.

Der Managerposten in Wolfsburg ist seit der Entlassung von Felix Magath, der Trainer und Manager in Personalunion war, vakant. Die Klubführung hat bereits beschlossen, beide Funktionen künftig wieder trennen zu wollen.

In Wolfsburg würde er von den Spielern dagegen offen empfangen werden. "Ich hoffe, dass er kommt, er wäre wichtig für uns. Wenn er kommt, würde ich mich freuen", sagte der ehemalige Bremer Innenverteidiger Naldo am Freitag. Der 30-jährige Brasilianer war vor der laufenden Saison von der Weser nach Wolfsburg gewechselt.

"Klaus Allofs ist ein sehr guter Manager. Er hat eine gute Nase für neue Spieler. Er würde Wolfsburg helfen, aber es wäre natürlich traurig für Werder, weil er so lange dort war", sagte Naldo weiter. Sein Landsmann Diego, ebenfalls lange bei Bremen unter Vertrag, wollte sich dagegen nicht äußern.

Verhältnis vergiftet

Trotz großer Erfolge in der Vergangenheit sind in Bremen nicht mehr alle Verantwortlichen bereit, Allofs um jeden Preis zu halten. Schließlich lag der einstige Schnäppchenjäger der Liga bei Transfers zuletzt auch mal daneben (Mehmet Ekici, Wesley, Carlos Alberto). Zudem könnten die klammen Hanseaten, die zuletzt einen Verlust von 13,9 Millionen Euro zu verzeichnen hatten, für Allofs eine hübsche Ablöse kassieren.

Zudem würde Werder beim Gehalt von Allofs sparen, dessen Bezüge nach seiner Vertragsverlängerung bis 2015 im vergangenen Jahr angehoben wurden. Die Stimmung zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden Willi Lemke und dem ehemaligen Nationalstürmer gilt ohnehin als vergiftet.

Ex-HSVler zu Werder?

Ein möglicher Nachfolger für Allofs, der seit 13 Jahren die Geschicke bei Werder leitet, ist nach SID-Informationen Dietmar Beiersdorfer. Der ehemalige Manager des Hamburger SV und derzeitige Sportdirektor beim russischen Klub Zenit St. Petersburg gilt als Intimus von Trainer Thomas Schaaf. Beide spielten drei Jahre lang gemeinsam für die Grün-Weißen und fahren gerne zusammen in den Skiurlaub. "Von mir gibt es dazu keine Aussagen - generell nicht", sagte Schaaf und versuchte die Gerüchte abzublocken, "alles, was ich sagen würde, würde nur Spielraum für Interpretationen bieten."

Beiersdorfer scheint einem Wechsel an die Weser allerdings abgeneigt zu sein. Zwar habe es noch keinen Kontakt gegeben, "aber ich würde den Hörer nicht auflegen, wenn ein Anruf kommt", sagte er bei Sky.

Der Managerposten in Wolfsburg ist seit der Entlassung von Felix Magath, der Trainer und Manager in Personalunion war, vakant. Allofs könnte also die Position des Coaches mit seinem Wunschkandidaten ausfüllen. Geld genug für einen weiteren Coup auf der Bank und ungehemmtes Spieler-Shopping in der Winterpause ist bei den Betriebsfußballern des VW-Konzerns ohnehin vorhanden. Und den richtigen Wagen fährt Allofs ja auch schon.

Video:Hoeneß über Magath

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