Bundesliga - Ticket-Börse will Hamburger SV verklagen

Der bei Fans umstrittene Ticketanbieter Viagogo will den Hamburger SV verklagen. Das Unternehmen verlangt Schadensersatz in Höhe von 200.000 Euro, da der HSV sich nicht an Inhalte eines geschlossenen Vertrags gehalten haben soll. "Wir gehen diesen Schritt sehr ungern, aber der HSV hat sich nicht an den Vertrag gehalten und für uns ist Integrität von großer Bedeutung", so Sprecher Steve Roest.

Ein HSV-Sprecher gab an, keine weiteren Angaben zu dem Vorgang machen zu können, da es sich um ein "schwebendes Verfahren" handele.

Die Ticketbörse wies darauf hin, dass sie den Vertrag von sich aus im Dezember gelöst habe und kündigte an, mögliche Schadensersatz-Zahlungen den Fans der Norddeutschen zu spenden. Damit soll die vom HSV angekündigte Erhöhung der Dauerkarten-Preise ausgeglichen werden

Der Verein hatte die Trennung von dem britischen Unternehmen anders dargestellt. Im Dezember hat der HSV laut eigener Angaben den Vertrag aufgrund des starken Fan-Drucks gekündigt. Die Kündigung sollte nach Klub-Angaben zum nächstmöglichen Zeitpunkt am 31. Juli 2013 in Kraft treten.

Neue Preisstruktur überrascht

Zeitgleich hatten die Hamburger angekündigt, erstmals seit fünf Jahren die Preise für die Jahreskarten zu erhöhen. "Der Vorschlag zu dieser neuen Preisstruktur kam aus dem Fanlager", sagte Oliver Scheel, Vorstand für die Belange der Mitglieder. Zudem werden auch die Mitgliederrabatte über alle Preiskategorien auf einheitlich 20 Euro angepasst. "Ich bin überzeugt, dass wir jetzt gemeinsam eine Lösung gefunden haben, die allen zu vermitteln ist", sagte Ralf Bednarek, damals Chef des Hamburger Supporters-Fanklubs.

Die HSV-Fans hatten die Zusammenarbeit mit der Ticketbörse als "Kriegserklärung" verstanden und einen Ausstieg aus dem Vertrag gefordert. Der Anbieter durfte laut Vertrag pro Heimspiel 1500 Karten mit einem Aufschlag von bis zu 100 Prozent auf den regulären Preis verkaufen. Der HSV kassierte durch den Deal garantierte 800.000 Euro pro Saison. Hinzu kamen 85 Prozent vom Verkauf jeder Karte. Der Zweijahresvertrag galt seit Anfang dieser Saison.

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