Bundesliga - Kirchhoff: Bayerns Wunschspieler muss kämpfen

Nicht wenige prophezeien Jan Kirchhoff eine große Zukunft. Sportvorstand Matthias Sammer hatte den Mainzer Innenverteidiger kurz vor dessen Vertragsunterschrift bei den Bayern Anfang Januar bereits als Rohdiamanten bezeichnet. Viel Lob vorab für einen jungen Mann, der derzeit ganz andere Sorgen hat.

Kirchhoff wechselt im Sommer ablösefrei zum FC Bayern. Doch zunächst ist der deutsche Rekordmeister bei den Mainzern am Samstag in der Coface-Arena zu Gast (ab 15:30 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de).

Im Hinspiel siegten die Münchner leicht und locker 3:1, Kirchhoff spielte eine unauffällige Partie im Mittelfeld. Nun bleibt ihm im Rückspiel wie beim 3:0-Erfolg am vergangenen Wochenende in Fürth wohl erneut zunächst nur die Ersatzbank. Wegen seiner fünften Gelben Karte war Kirchhoff bereits beim Rückrundenauftakt in Freiburg nicht dabei. "Jan muss einfach ein bisschen Geduld haben", bremst Mainz-Trainer Thomas Tuchel die Ungeduld des 22-Jährigen im "kicker", bringt aber gleichzeitig Verständnis für sein Juwel auf: "Es ist ein absoluter Härtefall, wenn Jan in Fürth auf der Bank sitzt. Er hat es absolut verdient zu spielen."

Stammelf als große Herausforderung

Gerade gegen seinen künftigen Arbeitgeber will der deutsche U-21-Nationalspieler sein Können zeigen. Ein Hoffnungsschimmer bleibt, Routinier Bo Svensson kämpft mit einer leichten Verletzung, sein Einsatz ist noch fraglich. Lediglich sechs Partien über die volle Spielzeit, meist im defensiven zentralen Mittelfeld, absolvierte Kirchhoff in der aktuellen Saison für die Mainzer – auch deshalb bezeichnet er seinen Wechsel zu den Bayern wohl als eine "große Herausforderung".

Und doch werden die Bayern nicht nur an eine langfristige Investition bei seiner Verpflichtung gedacht haben. Laboriert doch Holger Badstuber an einem Kreuzbandriss und fällt noch lange aus, der Vertrag des Belgiers Daniel van Buyten läuft im Sommer aus. Bleiben noch der Brasilianer Dante und Jerome Boateng für die beiden Positionen in der Innenverteidigung. Der Weg in die Stammelf des Tabellenführers also auch kurzfristig kein unüberwindbares Hindernis für Kirchhoff. Wenn man die große Herausforderung beim FC Bayern zu spielen nicht annimmt, "kann man nicht besser werden", gibt sich Kirchhoff ohnehin kämpferisch.

Zudem schwärmt Sammer in höchsten Tönen vom Jungtalent: "Das ist unser Wunschspieler. Er ist körperlich sehr stark, hat eine gute Grundschnelligkeit, ist im technischen und taktischen Bereich sehr gut." Samstag will Kirchhoff die Worte seines Mentors bestätigen und die Mainzer weiter in den internationalen Rängen halten.

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