Bundesliga - Reuter neuer Manager beim FC Augsburg

Stefan Reuter (46) wird neuer Geschäftsführer Sport beim FC Augsburg. Das bestätigte der Weltmeister von 1990. Reuter erhält einen Vertrag bis Juni 2015, dieser gilt auch für die 2. Liga. Er tritt die Nachfolge von Jürgen Rollmann an, von dem sich der Tabellenvorletzte nach 75 Tagen getrennt hatte. Reuter hatte von Januar 2006 bis Februar 2009 als Geschäftsführer Sport bei1860 München gearbeitet.

Weltmeister Stefan Reuter lässt sich auf eine "mission impossible" ein. Als Geschäftsführer Sport soll der frühere Nationalspieler, Champions-League- und Weltpokal-Sieger den FC Augsburg in der Bundesliga wieder auf Kurs bringen.

Beim Tabellenvorletzten unterschrieb Reuter (46) bis Juni 2015, der Vertrag gilt auch für die 2. Liga. Er ist in dieser Saison bereits der dritte Manager der Augsburger nach Manfred Paula und dem am Sonntag entlassenen Jürgen Rollmann.

Reuter ein "absoluter Fachmann"

"Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Ein wichtiges Ziel ist der Klassenerhalt", sagte der Weltmeister von 1990. Und auch der Vorstandsvorsitzende Walther Seinsch (71) ist wieder mal überzeugt von der Entscheidung. "Wir freuen uns", ließ der starke Mann im Klub mitteilen, "dass wir mit Stefan Reuter einen absoluten Fachmann für den FC Augsburg gewinnen konnten. Er hat sich ganz kurzfristig zum FCA bekannt, weil er das Potenzial des Klubs erkannt hat."

Bereits am vergangenen Freitag hatten die Augsburger mit Reuter Kontakt. Am vergangenen Sonntag entließen sie dann Rollmann, ohne allerdings genaue Angaben zu den Gründen zu machen. "Unüberbrückbare Differenzen in der sportlichen Entwicklung" habe es gegeben, teilte der Verein mit. Ein "schwebendes Verfahren" nannte Peter Bircks den Vorgang. Bircks ist Aufsichtsratsvorsitzender, doch es wirkte, als habe er nichts zu sagen, oder genauer: als dürfe er nichts sagen.

"Entwicklung des Vereins intensiv mitverfolgt"

Nun also Reuter. "Ich habe die Entwicklung des Vereins intensiv mitverfolgt, ich war etliche Male im Stadion", sagte er dem "SID". Er wolle nun "daran arbeiten, unsere Ziele zu erreichen". Erstes Ziel kann nur der Klassenerhalt sein. Zum ersten Nichtabstiegsplatz sind es bereits zehn Punkte - aber nur drei zum Relegationsplatz. Und so sagt Reuter: "Es gibt auch die Möglichkeit der Relegation. Es wird schwierig, aber nicht unmöglich."

Was am Ende zur Entlassung von Rollmann geführt hatte, bleibt aber nach wie vor unklar. Rollmann trat im Gegensatz zu Klub-Boss Seinsch in der Öffentlichkeit offensiv auf. Er setzte sich vor allem vehement für Trainer Markus Weinzierl ein, der im Sommer Nachfolger von Jos Luhukay (zu Hertha BSC) geworden war. "Er bekommt vom Verein die volle Rückendeckung", hatte Rollmann zuletzt gesagt. Rollmann aber bekam plötzlich keine Rückendeckung mehr.

Reuter muss zweigleisig planen

Reuter hat jetzt einiges an Arbeit vor sich. Rollmann hatte zuletzt mit Offensivspieler Daniel Adlung vom Zweitligisten Energie Cottbus über einen Wechsel zu den Schwaben verhandelt. Angeblich ist auch der bosnische Angreifer Eltin Adilovic (FK Sarajevo) ein Thema. Vor allem aber muss Reuter wohl oder übel auch für einen Abstieg in die 2. Liga planen. Und er kann sich seiner Sache nicht sicher sein: Reuter ist schon der neunte Manager unter dem Klub-Boss Seinsch.

Reuter bringt immerhin Erfahrung für seinen neuen Job mit. Der ehemalige Nationalspieler (69 Länderspiele) war ab 23. Januar 2006 ebenfalls Geschäftsführer Sport beim derzeitigen Zweitligisten 1860 München. Allerdings wurde er dort nach vereinsinternen Turbulenzen am 3. Februar 2009 beurlaubt, nachdem die "Löwen" Miroslav Stevic als neuer Sportdirektor vorgestellt hatten. Zuletzt arbeitete Reuter als Berater für eine Agentur.

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