Bundesliga - Party in Berlin

Hertha BSC hat sich mit einem mit einem souveränen 6:1 gegen Eintracht Frankfurt im Fußball-Oberhaus zurückgemeldet. Der Aufsteiger aus der Hauptstadt tritt trotzdem auf die Euphoriebremse. Trainer Jos Luhukay schwärmte nach dem Fußball-Fest mit dem höchsten Sieg eines Bundesligisten zum Saisonauftakt seit 39 Jahren von einer "sensationellen Rückkehr".

Manager Michael Preetz erlebte "einen Traumstart" - und die Fans von Hertha BSC genossen am Samstagabend den Blick auf die Tabelle, die den Aufsteiger auf Platz eins führte. Nach dem souveränen 6:1 (2:1) gegen Europa-League-Starter Eintracht Frankfurt scheint die Euphorie beim Hauptstadtklub grenzenlos.

"Krasse Ansage"

"6:1 ist schon eine krasse Ansage an die Konkurrenz", sagte Änis Ben-Hatira. Nach der Hertha-Gala vor 54.376 Zuschauern im Olympiastadion ließ er sich noch lange nach Spielende mit seinen Teamkollegen in der Ostkurve feiern - und war einfach nur glücklich. "Man hat nicht nur gesehen, dass wir gewinnen wollen, sondern auch, dass wir gewinnen können!" Und wie.

Begeisterung beim Trainer

Selbst der sonst zurückhaltende Luhukay geriet angesichts des unerwartet glanzvollen Auftritts ins Schwärmen. "Das ist ein wunderschöner Tag für Berlin. Es ist in dieser Höhe ein unglaubliches Ergebnis, davon konnten wir vorher nur träumen", sagte der Niederländer, der aber zugleich mahnte: "Wichtig ist, dass wir jetzt realistisch bleiben. Wir sollten nicht auf die Tische springen und darauf tanzen. Es wird auch wieder anders aussehen."

Doch für den Moment könne seine spielstarke Mannschaft, die sich in der Vorsaison die Zweitliga-Meisterschaft gesichert hatte und nach einem Jahr Abstinenz sofort ins Oberhaus zurückkehrt war, den Blitzstart genießen. "Die Leistung war sensationell. Ich bin ein glücklicher Trainer und stolz auf die Mannschaft", sagte Luhukay, der die "Alte Dame" seit letztem Sommer betreut und seitdem völlig umgekrempelt hat.

462 Tagen nach dem bitteren Abstieg aus der Bundesliga und dem Chaos um die Relegation gegen Fortuna Düsseldorf gibt es in Berlin endlich wieder Grund zur Freude. Nach Toren von Adrian Ramos (17./71.), John Anthony Brooks (32.), Sami Allagui (57./60.) und Ronny (89.) war Manager Preetz zunächst fast sprachlos, und dann zu Scherzen aufgelegt. "Es ist wahrscheinlich so, dass wir nicht mehr viele Heimspiele noch höher gewinnen werden", meinte der Ex-Profi.

Bärenstarke Offensivabteilung

Die Hertha gefiel durch eine starke Offensivabteilung, die enorm ängstlichen Frankfurter hatten dem über 90 Minuten nichts entgegenzusetzen. Der Anschlusstreffer durch Alexander Meier (35.) per Foulelfmeter war durchaus schmeichelhaft. "Wir hatten nie richtig Zugriff auf das Spiel. Mit fällt es schwer, das zu analysieren", sagte Frankfurts Trainer Armin Veh.

In der vergangenen Saison hatte er die Hessen als Aufsteiger sensationell auf Platz sechs und damit sogar ins internationale Geschäft gebracht. So weit mag in Berlin noch niemand denken, doch Luhukay und Preetz scheinen die Hertha im Sommer an den richtigen Stellen verstärkt zu haben. "Alle vier Neuzugänge waren überragend und haben ihre Qualität gezeigt", lobte Luhukay. Neben Hajime Hosogai glänzten auch Mittelfeld-Regisseur Alexander Baumjohann sowie die beiden Verteidiger Sebastian Langkamp und Johannes von den Bergh.

Konzentration ist das A und O

Nun werde ganz schnell der Fokus auf das erste Auswärtsspiel der Saison am kommenden Sonntag in Nürnberg gerichtet. "Die Tabellenführung ist nur eine Momentaufnahme. Es geht nächste Woche wieder neu los, und wenn wir da 1:6 auf den Sack kriegen, interessiert das Spiel gegen Frankfurt niemanden mehr", sagte Berlins neuer Kapitän Fabian Lustenberger: "Ein bisschen Freude und Zufriedenheit ist jetzt drin, mehr noch nicht."

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