Bundesliga - "Okay-Tag": Gefühls-Chaos in schwarz-gelb

Der FC Bayern hat den "Statement-Sieg" gegen Borussia Dortmund verpasst. Nach fünf Pflichtspielpleiten in Serie holten die Münchener zumindest wieder einen Punkt gegen den BVB. Genauso wie die "Roten" wissen aber auch die "Schwarz-Gelben" mit dem Unentschieden nicht wirklich etwas anzufangen. War es ein "gefühlter Sieg" oder doch eine vertane Chance im Kampf um die Meisterschaft?

Roman Weidenfeller war nach der Partie beim FC Bayern München ein gefragter Mann. Mit zahlreichen Paraden in der Schlussphase rettete der BVB-Schlussmann seiner Mannschaft einen Punkt beim deutschen Rekordmeister. Für den 32-Jährigen war klar, welches Team den Platz als "gefühlter Sieger" verlassen hat.

"Das 1:1 war ein gerechtes Ergebnis, doch es ist für uns mehr wert als für den FC Bayern, denn der FC Bayern hat es wieder nicht geschafft, gegen uns zu gewinnen", resümierte Weidenfeller nach dem Abpfiff. Schließlich sei durch das Ergebnis "in der Meisterschaft noch alles offen".

Bei einem Blick auf die Tabelle wird dennoch deutlich: Der Abstand zwischen dem Rekordmeister und dem amtierenden deutschen Meister beträgt weiterhin elf Zähler. Der BVB hätte diesen im "Sechs-Punkte-Spiel" beim FC Bayern auf zumindest acht runterschrauben können.

Zudem schob sich Bayer Leverkusen beinahe unbemerkt während der englischen Woche an den Dortmundern vorbei und darf sich nun Bayern-Jäger Nummer eins nennen.

Hummels und Watzke mit unterschiedlichen Ansichten

Dennoch bleiben die Spieler des BVB weiterhin optimistisch, den in dieser Saison beinahe übermächtigen Rivalen aus München doch noch einfangen zu können. "Für den Titelkampf heißt das noch nichts", ließ Innenverteidiger Mats Hummels verlauten, weiß aber gleichzeitig, dass Dortmund vor der Winterpause noch weitere Zähler benötigen wird, um weiterhin vom Meister-Hattrick träumen zu dürfen. "Wir sind jetzt elf Punkte hinter den Bayern und drei hinter Leverkusen. Das ist eine Konstellation, die wir nicht schön finden. Deswegen werden wir in den restlichen zwei Spielen bis zur Winterpause alles daran setzen, sechs Punkte zu holen und vielleicht etwas gutzumachen."

Hans-Joachim Watzke sieht die Ausgangslage nach dem Topspiel etwas pessimistischer als seine Spieler. "Die Bayern werden in dieser Saison wahrscheinlich nicht zu stoppen sein", schiebt der BVB-Boss die Favoritenrolle einmal mehr gen Süden. "Dabei sind nicht die elf Punkte Vorsprung wichtig, sondern die Tatsache, dass sie stabil sind und 20 bis 22 gleichwertige Spieler haben."

Schweinsteiger: "Es nervt, wenn man gegen Dortmund nicht gewinnt"

Die Bayern konnten mit dem Unentschieden ebenfalls recht wenig anfangen. "Für die Außendarstellung wäre ein Sieg schön gewesen", weiß auch Thomas Müller um die Wichtigkeit eines Sieges gegen die Mannschaft, die dem FCB zweimal in Folge in der Liga mit sehenswertem Fußball davoneilte und dabei besonders in den direkten Duellen schmerzhafte Niederlagen zufügte.

Auch Mittelfeld-Motor Bastian Schweinsteiger hätte nach fünf Pflichtspielpleiten (den diesjährigen Supercup ausgenommen) in Folge gegen den Rivalen nach Abpfiff gerne wieder gejubelt. "Es nervt, wenn man gegen Dortmund nicht gewinnt", so der 28-Jährige.

Hoeneß glaubt an die Meisterschaft

Uli Hoeneß ist sich derweil angesichts des großen Vorsprungs und der bisherigen Dominanz in der Liga sicher, dass die Meisterschale im Mai wieder am Münchener Rathaus präsentiert werden wird. Schließlich könne man diesen Vorsprung "eigentlich nicht" verspielen.

Sowohl auf Münchener als auch auf Dortmunder Seite bleiben also in der Nachbetrachtung viele Fragezeichen, wer denn nun mit dem einen Punkt besser leben kann. Für den FC Bayern wäre ein Erfolg ein wohltuender Ego-Streichler gewesen, dem BVB hätte ein Sieg beim Kampf um die erneute Titelverteidigung sehr gut getan.

"Ich bin nicht total enttäuscht, aber ich bin auch nicht total zufrieden. Es ist ein Okay-Tag", fasste Borussen-Innenverteidiger Neven Subotic seine Gefühlslage zusammen. Ungefähr so dürften sich auch die Bayern gefühlt haben.

Video: Weidenfeller im Eurosport-Interview

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