Bundesliga - "Mon Dieu!" Favre verzweifelt fast

Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre verzweifelt fast am verrückten 3:3 gegen Bayer Leverkusen. Lucien Favre sah im Vorübergehen André Schürrles Treffer über den Bildschirm flimmern und schüttelte den Kopf: "Mon Dieu (Mein Gott), viel zu tun, viel zu tun." Immerhin war der späte Ausgleich ein gutes Zeichen vor dem Europapokal-Schlager gegen Lazio Rom.

Borussia Mönchengladbachs Trainer suchte nach dem verrückten 3:3 (1:0) gegen Bayer Leverkusen aber keinen göttlichen Beistand, sondern nahm seine Mannschaft ins Gebet: "Wenn wir nicht alles geben, nicht top verteidigen, dann haben wir ein Problem."

Zwar wartet die Borussia weiter seit dem 25. Februar 1989 auf einen Heimsieg gegen Bayer, doch vor dem Europa-League-Duell am Donnerstag (21:05 Uhr im Liveticker) mit Lazio Rom "war das 3:3 sehr wichtig für den Kopf", betonte Favre nicht zuletzt auch wegen zwei verspielter Führungen seiner Elf.

Herrmann mit fünftem Treffer im fünften Spiel

Immerhin kamen die Fohlen gegen die Werkself mit einem blauen Auge davon, weil Patrick Herrmann vier Minuten vor dem Abpfiff im fünften Spiel gegen seinen Lieblingsgegner durch das Tor zum 3:3 zum fünften Mal traf. "Es läuft ganz gut gegen Leverkusen", sagte Herrmann mit einem schelmischen Grinsen.

Die Gäste, die am Donnerstag in der Europa League auf Benfica Lissabon treffen (19.00 Uhr), waren in der ersten Halbzeit klar die bessere Mannschaft und hatten nach der zwischenzeitlichen 3:2-Führung laut Trainer Sascha Lewandowski "alle Trümpfe in der Hand".

Deshalb empfand nicht nur Sportchef Rudi Völler das Ergebnis wie "eine gefühlte Niederlage für uns. Ich habe selten so eine erste Halbzeit gesehen. Wir sind in die Kabine gegangen, haben 0:1 hinten gelegen und haben uns gefragt: Warum eigentlich?"

Stranzl stellt Spiel komplett auf den Kopf

Martin Stranzl (44.) hatte mit seinem Kopfballtreffer kurz vor der Pause den Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt. Doch Leverkusen glich zunächst durch Sydney Sam (52.) aus, verkraftete gegen die nach der Pause deutlich besser aufspielenden Hausherren den neuerlichen Rückstand durch Luuk de Jong (58.) und drehte danach durch Stefan Kießlings 14. Saisontreffer und gleichzeitig 100. Bundesliga-Tor (60.) sowie Nationalspieler Schürrle (64.) die Partie zwischenzeitlich sogar.

"Am Ende haben wir noch gut gekämpft. Die schnellen Tore zum 2:2 und 2:3 dürfen nicht passieren", sagte de Jong: "Leverkusen hat aber auch gut gespielt in der ersten Halbzeit." Favre ärgerte sich über die vielen unnötigen Ballverluste: "Wenn Du den Ball nicht hast, ist es schwer, Fußball zu spielen." Zudem wäre die Offensiv-Taktik der Gäste "zu kompliziert" für seine Mannschaft gewesen.

"In Zukunft fünf Tore schießen, um zu gewinnen"

So sah es auch Schürrle: "Die Leistung stimmt, aber wir waren bei Standards zu unkonzentriert. Vielleicht müssen wir in Zukunft fünf Tore schießen, um zu gewinnen", sagte der Nationalspieler. Die Standards, aus denen der erste und dritte Gladbacher Treffer fielen, hatte Favre übrigens am Donnerstag und Freitag noch eigens trainieren lassen.

Gar nicht glücklich ist der Schweizer über das Programm der kommenden Woche. Nur 36 Stunden nach dem Highlight im ausverkauften Borussia-Park gegen die "Klassemannschaft" (Favre) aus Rom müssen die Fohlen beim Hamburger SV antreten. "In Frankreich ist so was verboten", stellte Favre klar.

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