Bundesliga - Misstöne von Gomez

Auf dem Feld läuft es für den FC Bayern weiter überragend, doch das Umfeld kommt nicht zur Ruhe. Wegen Lewandowski kritisiert Gomez die Vereinsführung.

Für den FC Bayern war es ein Super-Samstag. Eigentlich.

Die Verfolger Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen ließen Federn, der Spitzenreiter fiedelte am Abend ein erschütternd schwaches Schalke mit 4:0 ab und macht es sich von nun an auf einem komfortablen 15-Punkte-Polster noch gemütlicher.

Doch nach dem Spiel mussten sich die Bayern-Bosse im Gespräch mit den Reportern bemühen, den Schwerpunkt auf die aktuelle Stärkephase zu lenken. Denn ein Name, der erst in der kommenden Saison so richtig interessant werden könnte, kursierte überall: Robert Lewandowski.

"Die Gerüchte werden wöchentlich erscheinen, das nehmen wir zur Kenntnis. Wir tun gut daran, mit diesen Dingen souverän umzugehen. Das tun wir", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Und Präsident Uli Hoeneß ergänzte: "Sie können uns 1000 Fragen stellen und erhalten keine Antwort."

Was weiß Matthäus wirklich?

Unter der Woche hieß es, dass sich der BVB-Angreifer mit dem Rekordmeister bereits auf einen Wechsel verständigt habe. Lothar Matthäus heizte die Spekulationen bei "sky" am Samstag noch an, als er diese als wahr deklarierte und sich auf ein persönliches Treffen mit Lewandowskis Berater bezog.

Auch Mario Gomez ist das nicht entgangen. Und der Stürmer, der gegen Schalke überraschend in der Startelf gestanden und ein Tor zum Sieg beigetragen hatte, zeigte sich darüber alles andere als erfreut. Vor allem das Verhalten der Vereinsverantwortlichen missfällt ihm offenbar.

Angesprochen auf das Werben seines Klubs um Lewandowski kritisierte er: "Ein Bekenntnis zu den Stürmern, die da sind, sieht anders aus."

Zuvor hatte Ex-Bayern-Coach Felix Magath bei "LIGA total!" angedeutet, dass Gomez den Bayern schon bald den Rücken zukehren könnte: "Ich kann mir vorstellen, dass Mario Gomez mit seiner Rolle bei Bayern nicht so zufrieden und glücklich ist - und dann wäre als Konsequenz ein Wechsel das Richtige! Die Wahrscheinlichkeit ist schon groß, dass er den Verein im Sommer verlässt!"

Gomez beklagt Wertschätzung

Was steckt wirklich dahinter? Plant er tatsächlich seinen Abschied? Hat er bereits ein lukratives Angebot eines anderen europäischen Top-Klubs vorliegen?

Gomez dazu: "Ich mache meinen Job und bin sehr gerne hier. Wenn das nicht mehr der Fall sein soll, dann soll man mir oder einem anderen Stürmer sagen. Das ist nicht meine Entscheidung. Wir nehmen das so hin und werden sehen, was die Zukunft bringt..."

Er habe viel erlebt bei Bayern, fügte er an, das sei Teil eines Topvereins und ganz normal. "Ich mache meine Arbeit und irgendwann wird der Verein mir sagen, wie er plant."

Gleichzeitig richtete er bereits eine Kampfansage an potentielle neue Konkurrenz im Angriff: "Es ist egal wer kommt, ich habe vor niemandem Angst!"

Riesenlob für "Prophet" Heynckes

Grundsätzlich war es mal wieder keine einfache Woche für Gomez, der nach dem 2:1 der Nationalmannschaft gegen Frankreich Kritik für eine dürftige Leistung einstecken musste. Umso höher stufte er das Vertrauen von Trainer Jupp Heynckes ein:

"Es war schon bemerkenswert, dass er am Donnerstag, wo sich dann jeder bei mir ausgetobt hat über meine Person, zu mir zu kam und mir gesagt hat: Am Samstag spielst du von Anfang an, du wirst ein Tor schießen und wir werden gewinnen. Großer Respekt dafür."

Er wurde sogar noch deutlicher: "Der Trainer hat Mut, er hat einen Arsch in der Hose.

Ich bin ihm sehr dankbar. Mario Mandzukic hat einen Lauf. So einen Spieler auf die Bank zu setzen, ist nicht einfach. Das zeigt das Profil unseres Trainers."

Mit Heynckes hält der Erfolg an. Der Titel ist ihm so gut wie sicher. Gratulationen nimmt er aber noch nicht an: "Mir bereitet es momentan große Freude, mit der Mannschaft zu arbeiten. Die Spieler haben alle ein großes Ziel vor Augen, das ist die Deutsche Meisterschaft", weiß er.

Für Heynckes war es tatsächlich ein Super-Samstag.

VIDEO: Schweinsteiger im Interview

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen