Bundesliga - Lewandowski hat sich entschieden

Seit Monaten wird wild über die Zukunft von Dortmund-Star Robert Lewandowski spekuliert. Geht er zu den Bayern? Bleibt er beim BVB? Oder verschlägt es den Polen gar nach England? Cezary Kucharski, der Berater des Stürmers aus Polen hat nun im polnischen Fernsehen verkündet, dass die Entscheidung gefallen sei. Ausgerechnet jetzt, zwei Tage vor dem Gipfeltreffen im DFB Pokal.

Wohin die Reise geht, wollte Kucharski den polnischen Kollegen nicht verraten - und auch nicht, wann der neue (und alte?) Klub bekanntgegeben wird.

"Den Zeitpunkt wird Robert allein bestimmen", so Kucharski, der sofort neues Futter für Spekulationen lieferte.

"Wer Roberts Karriere verfolgt hat, der weiß, dass er in keinem Verein länger als zwei Jahre gespielt hat", erklärte der Berater. "In Dortmund spielt er bereits die dritte Saison. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, der weiß auch, was das bedeutet."

Die Frage ist jedoch, wie man zwischen den Zeilen liest: Ist es an der Zeit, weiterzuziehen? Oder hat Lewandowski in Dortmund seine Heimat gefunden?

Angesichts des anstehenden Pokal-Krachers in München am Mittwoch (20:30 Uhr im Liveticker bei eurosport.yahoo.de), wäre ein Bekenntnis zu den Dortmundern vor der Partie passend. Die Verkündung des Abschieds, möglicherweise sogar nach München, wäre nach dem Spiel angebrachter.

Der Zeitpunkt der Berater-Aussagen könnte pikanter kaum sein. Auch deshalb reagierte BVB-Coach Jürgen Klopp ziemlich kurz angebunden. "Es ist mir eigentlich egal, was Herr Kucharski zu welchem Zeitpunkt oder in welchen Sendungen sagt", so Klopp. "Ich bin über alles informiert, was Robert über Fußball denkt."

Beckenbauer: Lewandowski-Verpflichtung sinnlos

Franz Beckenbauer jedenfalls hat auf "Sky" zuletzt die Sinnhaftigkeit eines Wechsels nach München angezweifelt. "Wir haben schon drei Stürmer", so der "Kaiser". Ein vierter Angreifer sei "eigentlich nicht notwendig", zumal aktuell mit Claudio Pizarro sogar "der Beste von allen, wenn er fit ist", nur auf der Bank sitzt.

Beckenbauer allerdings, das hat Jupp Heynckes unlängst klargestellt, kannte auch Javier Martínez nicht, bevor dieser nach München wechselte und hätte daher wohl auch dessen Verpflichtung im Vorfeld nicht als sinnvoll erachtet.

Bayern hat beim BVB noch nicht angeklopft

Ein ernsthafteres Signal sendete unterdessen BVB-Boss Hans-Joachim Watzke aus Dortmund via "Bild am Sonntag" in die Welt. Mit einem klaren "Nein" beantwortete der 53-Jährige die Frage, ob sich der FC Bayern bereits offiziell wegen Lewandowski in Dortmund gemeldet hätten. "Und wenn ich es richtig gelesen und gehört habe, strebt Karl-Heinz Rummenigge ja auch keine Verhandlungen mit uns an."

Dennoch betonte Watzke auch: "Wir würden unseren Job schlecht machen, wenn wir - unabhängig von der Personalie Lewandowski - nicht für alle Eventualitäten gerüstet wären." Dass Edin Dzeko jedoch bereits als Lewandowski-Nachfolger gehandelt wird, amüsiert den BVB-Boss lediglich. "Ich habe bestimmt über 1000 Handynummern gespeichert, aber seine ist nicht dabei", sagt Watzke. Und auch Dzeko selbst dementiert, dass es bereits ein Treffen zwischen ihm und dem BVB gegeben habe: "Das ist nicht wahr", so der 26-Jährige.

Letztlich bleibt die Situation unverändert, denn selbst wenn Lewandowski sich bereits entschieden hat: Da sein Vertrag noch bis 2014 läuft, muss nicht nur der Pole sich mit seinem neuen Klub einigen, sondern auch der BVB.

Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen