Bundesliga - Kommentar: Guardiola ist ein Geschenk

Mit dem spanischen Starcoach wird die Bundesliga nun womöglich die stärkste Liga der Welt. Ein Kommentar von Fußball-Ressortleiter Daniel Rathjen.

Plötzlich hieß es: Festhalten! Denn am Mittwoch um 16:49 Uhr bebte die Fußball-Welt: "Pep Guardiola ab neuer Saison Trainer des FC Bayern", stand tatsächlich in der vom Verein versandten offiziellen Pressemitteilung.

Die Erschütterung reichte bis in die gepolsterten Ledersessel in den Büros von Roman Abramowitsch in London und Scheich Mansour in Manchester. An der Säbener Straße lehnten sich dagegen die Bayern-Bosse lässig zurück. Sie hatten es sich verdient. Denn mit der Verpflichtung des spanischen Starcoaches ist ihnen ein historischer Coup gelungen.

Guardiola hätte bei jedem Verein der Welt Trainer werden können, doch er entschied sich für den deutschen Rekordmeister - für den seriös geführten Klub, nicht für den meistbietenden. Ein wichtiges Zeichen in Zeiten des "Financial Fairplay" - und ein unglaublicher Beweis für den gestiegenen Stellenwert der Bundesliga.

Die Zusage des 41-Jährigen überrascht jedoch nur auf den ersten Blick, bei genauerem Hinsehen sind große Gemeinsamkeiten unverkennbar. Der Katalane Guardiola ist strukturiert, extrem ehrgeizig und klug. Seine natürliche Demut und sein Respekt vor dem Gegner verleihen den Bayern eine zusätzlich wertvolle Komponente. Er ist ein Leader, ein Magnet, an den sich junge Spieler heften, um sich zu entwickeln.

Natürlich beginnt Guardiola beim FC Bayern bei Null, die vertraute Umgebung, die er in Barcelona genoss, hat er nicht. Es wird hochspannend, wie er mit der Sprachbarriere, dem Vorstand, der Presse und vor allem Matthias Sammer zurechtkommt. Doch er wird auch künftig eine der stärksten Mannschaften der Welt unter optimalen Bedingungen führen.

Mit diesem Welttrainer potenziert sich nicht nur der Wert des Vereins um ein Vielfaches - auch die Bundesliga wird davon profitieren und in den nächsten Jahren womöglich in der Tat die stärkste Liga der Welt. Guardiola ist ein Geschenk.

Danke dafür, FC Bayern!

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