Bundesliga - Das ist der jüngste Co-Trainer der Bundesliga

Mit 25 Jahren befindet man sich heutzutage im besten Fußball-Alter - siehe Lionel Messi. Und auch Julian Nagelsmann hätte das gerne bewiesen. Doch der gebürtige Landsberger geht gezwungenermaßen einen anderen Weg: Er beendete seine Spieler-Karriere bereits mit 20. Dafür ist er jetzt der jüngste Co-Trainer der Bundesliga-Geschichte.

Als 1899 Hoffenheim Marco Kurz im Dezember als neuen Cheftrainer installierte, wünschte sich der 43-Jährige einen Assistenten aus dem Verein. Einen, der die Strukturen im Kraichgau bereits kennt.

Der Klub entschied sich für den Trainer der U16: Nagelsmann, der 25-Jährige ist seit 2010 im Verein, begann als Co-Trainer der U17.

Sein Handwerk erlernte Nagelsmann beim FC Augsburg unter dem heutigen Mainzer Cheftrainer Thomas Tuchel. Eigentlich hätte er unter ihm in der zweiten Mannschaft spielen und sich nach einer Sprunggelenksverletzung erholen sollen, doch ein Meniskusriss inklusive Knorpelschaden sowie zwei Operationen beendeten die Karriere des 20-Jährigen, der zuvor bei 1860 München als hoffnungsvolles Talent galt und dort auch mit seinem heutigen Schützling Fabian Johnson in einer Mannschaft spielte. "Das hat extrem weh getan und war eine schwierige Entscheidung", blickt er heute zurück. "Aber im Endeffekt blieb mir keine andere Wahl."

Tuchel weckt den Trainer-Gedanke

Doch mit dem Ende des ersten begann ein zweiter Traum zu reifen. Denn Tuchel entdeckte Nagelsmanns Trainer-Talente, ließ den jungen Mann in Augsburg Gegneranalysen anfertigen und führte ihn an den Job heran. Als Mentor Tuchel dann schließlich nach Mainz wechselte, ging Nagelsmann zurück zu 1860 München, um Co-Trainer der U17 zu werden und 2010 nach Hoffenheim zu wechseln. Der Kontakt zum inzwischen berühmten Chef-Trainer der Mainzer riss aber nie ab, er besucht Tuchel noch immer manchmal im Rheinhessischen.

Nagelsmann trauert seiner verlorenen Spieler-Karriere nicht mehr nach. Der Trainerjob "macht sogar mehr Spaß, als Spieler zu sein", findet Nagelsmann. Und jetzt, wo er in der Bundesliga arbeiten darf, steht ihm möglicherweise eine größere Zukunft bevor, als er sie als Spieler gehabt hätte.

Wenn er seinem großen Vorbild folgt, dann würde die Reise jedenfalls noch weit führen. Pep Guardiola hat es Nagelsmann angetan, weil "seine Trainingseinheiten beispielhaft sind und er nicht arrogant sondern demütig ist".

Nagelsmanns Ziel ist eindeutig: "Ich will so hoch wie möglich trainieren", sagt der 25-Jährige. Wenn er seinem Vorbild folgt, dann sind nach oben kaum Grenzen gesetzt. Der Rekord, jüngster Co-Trainer der Bundesliga zu sein, ist nur der Anfang.

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