Bundesliga - Hoffenheim: Vukcevic aus Koma erwacht

Der schwer verunglückte Boris Vukcevic von 1899 Hoffenheim ist aus dem Koma aufgewacht. Wie der Verein bestätigte, ist der 22-Jährige erstmals seit acht Wochen einige Stunden pro Tag bei Bewusstsein und in der Lage, sich mit seinen Angehörigen zu verständigen.

Es war die Nachricht, die die ganze Bundesliga zwei Monate lang herbeigesehnt hatte. Diese eine E-Mail, die 1899 Hoffenheim am Freitag um 9.46 Uhr versendet hatte, brauchte nur sechs Wörter, um pure Erleichterung auszulösen: "Boris Vukcevic aus dem Koma aufgewacht".

Zwei Monate nach seinem schweren Unfall, der ihn um sein Leben hatte kämpfen lassen, ist der 22-Jährige erstmals wieder einige Stunden pro Tag bei Bewusstsein und in der Lage, sich mit seinen Angehörigen zu verständigen. "Es gab immer wieder Momente, wo wir sehr intensiv an ihn gedacht haben", sagte 1899-Manager Andreas Müller: "Deswegen war das natürlich eine Nachricht, die uns freut."

"Es ist immer noch ein langer Weg für Boris"

Trainer Markus Babbel blieb trotz aller Freude vorsichtig, wollte die Nachricht nicht überbewerten: "Es ist immer noch ein langer Weg für Boris", sagte er: "Aber natürlich hat uns das allen gut getan." In den sozialen Netzwerken löste die von den Kraichgauern verbreitete Kunde eine Welle der Erleichterung aus. Innerhalb einer Stunde wünschten mehr als 1000 Fans dem sympathischen Deutsch-Kroaten weiterhin gute Besserung.

Der Verein stehe "im regelmäßigen Austausch" mit der Familie, für die es besonders "wieder ein Hoffnungsschimmer" sei, sagte Müller: "Aber der Zeitpunkt, Boris zu besuchen, ist einfach noch nicht da." Die Eltern des U21-Nationalspielers, Dragan und Sonja Vukcevic, teilte per Pressemitteilung ihre Gefühle mit, baten aber weiter um Ruhe für ihren Sohn. "Wir sind froh, dass Boris Fortschritte macht", sagten sie. Er habe "noch einen weiten Weg vor sich". Seit dem dramatischen Unfall am 28. September wachen ausschließlich die Angehörigen an der Seite des im kroatischen Osijek geborenen Hobby-Tennisspielers.

Vukcevic bei Unfall unterzuckert

Vukcevic war mit seinem PKW auf der B45 zwischen Bammental und Mauer (Rhein-Neckar-Kreis) auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem entgegenkommenden 40-Tonnen-LKW zusammengestoßen. Mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen musste der 22-Jährige in einer Heidelberger Klinik not-operiert werden, kämpfte im künstlichen Koma lange um sein Leben. Wie die nachfolgenden Untersuchungen ergaben, war der an Diabetes erkrankte Vukcevic bei dem Unfall insulinbedingt unterzuckert gewesen.

Hoffenheim stand in den Tagen und Wochen nach dem lauen Septembertag unter Schock. Müller sprach damals von "der schwierigsten Situation, in der die Mannschaft jemals war". Die Spieler entschieden sich jedoch trotz einer von der Deutschen Fußball Liga (DFL) bereits genehmigten Absage, das folgende Bundesligaspiel gegen den FC Augsburg (0:0) zu bestreiten - "für Boris".

Aktionen für Vukcevic

Auch die U21-Nationalspieler setzten beim Play-off-Hinspiel um die EM-Teilnahme gegen die Schweiz (1:1) ein Zeichen und wärmten sich in Trikots ihres verunglückten Mannschaftskameraden auf. Keine Bundesligapartie in der Hoffenheimer Arena verging, bei der nicht mindestens ein riesiges Fotoplakat an Vukcevic erinnerte.

Ob und wann der sechsfache Torschütze, der seit August 2008 insgesamt 78 Bundesligaspiele für die Kraichgauer absolvierte, wieder auf den Platz zurückkehrt, ist völlig offen. Die Schwere der Kopfverletzungen lasse "keine seriöse Prognose zu einer vollständigen Wiederherstellung des gesundheitlichen Zustands" zu, teilte der Verein mit. In dieser Saison hatte der Außenstürmer in fünf Spielen viermal in der Startelf gestanden und dabei ein Tor (beim SC Freiburg) erzielt.

Auf seiner Internetseite schreibt Vukcevic unter "Mein schönster Moment als Fußballer": Kommt noch...

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