Bundesliga - Hoffenheim landet ersten Befreiungsschlag

Die TSG Hoffenheim landet gegen den SC Freiburg den ersten Bundesligasieg seit November und meldet sich im Kampf um Platz 15 zurück. Nach einem packenden Start gehen zunächst die Gäste aus Freiburg durch Kruse in der vierten Minute in Führung, bevor Volland mit zwei Treffern das Spiel dreht (10., 26.) und 1899 auf die Siegerstraße bringt. Gomes feiert einen starken Einstand als Wiese-Vertreter.

Die Lehren:

Ob der Sieg gegen Freiburg ein wirklicher Befreiungsschlag für die Hoffenheimer ist, wird sich in den nächsten Partien zeigen. Sicher ist jedoch, dass die drei Punkte eine wichtige moralische Komponente beinhalten. Zum einen ist im Kraichgau das Gefühl des Siegens wieder eingekehrt, zum anderen hinterließ der neue Keeper Heurelho Gomes einen starken Eindruck. Vor allem dessen Strafraumbeherrschung sollte den TSG-Spielern die eigene Sicherheit wieder zurückgeben. Eine Komponente die vom degradierten Tim Wiese lange Zeit vermisst worden war.

Für die Freiburger ging mit der Niederlage im badischen Duell eine Serie von sechs ungeschlagenen Spielen hintereinander zu Ende. Aber nicht die verpassten drei Punkte werden Christian Streich nerven, sondern die Art und Weise wie sein Team einen möglichen Sieg verschenkte. Nur sechs Minuten nach der Führung fiel der Ausgleich und anschließend verfielen die Freiburger in einen 15-minütigen Tiefschlaf. Das zweite Gegentor war die logische Folge.

Besonders ärgerlich: Freiburg vergab durch die Niederlage seine Möglichkeit, auf den fünften Tabellenplatz zu springen. Doch auch mit 28 Punkten befinden sich die Breisgauer weiterhin in Schlagdistanz zum Europapokal. Hoffenheim sprang durch die drei Zähler vom Abstiegsplatz 17 auf Relegationsrang 16 nach vorne. Das rettende Ufer ist allerdings noch immer weit entfernt.

Die Stimmen:

Marco Kurz (Trainer, TSG Hoffenheim): "Heurelho Gomes hat heute eine tolle Leistung gebracht. Er hatte während des gesamten Spiels eine tolle Ausstrahlung. Wir haben aber auch an Tim Wiese gedacht. Er gehört zu unserem Team. Es war ja heute kein Spiel für den einen oder contra dem anderen Keeper. Wir werden weiter mit Tim arbeiten und ihn wieder aufbauen."

Die Höhepunkte:

4. TOOOR für Freiburg! Was für ein Start für den SC! Gomes kann einen Schuss von Kruse zunächst abwehren, allerdings fällt der Abpraller erneut Kruse vor die Beine und dieses Mal versenkt Freiburgs Topscorer eiskalt zum 1:0.

8. Die Freiburger bleiben unglaublich aggressiv und lassen den Hoffenheimer Aufbau schon im Aufbau ersticken. So erarbeitet man sich leichte Torchancen. Nacheinander kommen Flum, Kruse und Caligiuri zu hochkarätigen Möglichkeiten. Letzterer schließt von der linken Seite aus spitzem Winkel ab und sein Ball geht einmal quer durch den Strafraum.

10. TOOOR für Hoffenheim! Firmino wird im rechten Strafraumeck herrlich freigespielt, lässt im Anschluss Diagne aussteigen und zieht sofort ab. Sein verunglückter Abschluss prallt an den rechten Pfosten und von da zu Volland. Der braucht nur noch den Fuß hinzuhalten. Spielstand 1:1 - und die Partie beginnt quasi bei null.

26. TOOOR für Hoffenheim! Sorg vertändelt an der eigenen Eckfahne den Ball und Weis reagiert blitzschnell. Der Mittelfeldspieler schnappt sich das Spielgerät und passt in Richtung Elfmeterpunkt, wo Volland aus vollem Lauf abzieht und den Ball unter die Latte zum 2:1 ins Tor drischt.

52. Caligiuri lässt am linken Strafraumeck Beck aussteigen, doch Abraham steht am ersten Pfosten goldrichtig und kann klären. Von Hoffenheim kommen derzeit nur Befreiungsschläge.

60. Im Gegenzug schickt Firmino de Camargo auf die Reise. Der Belgier sprintet Krmas davon und zieht in den Strafraum. Statt auf den bedrängten Volland zu spielen, wäre jedoch der eigene Abschluss die bessere Option gewesen. Die tolle Konterchance verpufft so.

82. Nun hätte es aber fast mit dem Ausgleich geklappt: Nach einer Ecke haben Kruse, Krmas und Rosenthal das Tor auf dem Fuß. Jedoch ist immer ein Hoffenheimer Fuß im Weg. Nach Makiadis Fallrückzieher-Versuch wird die Aktion durch den Schiedsrichter unterbunden.

89. Ochs ist auf der rechten Flanke frei durch und steht alleine Baumann gegenüber. Für die Vorentscheidung reicht sein Versuch ebenso nicht, wie der von Derdiyok. Beide Male pariert Baumann hervorragend.

Der Kracher: Kevin Volland

Der 20-Jährige erzielte gegen Freiburg wahrscheinlich die wichtigsten Tore seiner noch jungen Karriere. Zwei Mal kam der Ex-Münchner frei zum Abschluss und zwei Mal versenkte er eiskalt. Doch auch sonst gab Volland eine tolle Vorstellung ab. Er war immer anspielbar und verrichtete defensiv enorm viel Arbeit. Auch das ist im Abstiegskampf wichtig.

Im Abseits: Tim Wiese

Wer Wiese auf dem Platz kennt, weiß dass die Entscheidung ihn auf die Tribüne zu setzen trotz der letzten Leistungen keine leichte war. Nicht auszudenken was passiert beziehungsweise geschrieben worden wäre, wenn Neuzugang Gomes heute durch eine schwache Leistung auf sich aufmerksam gemacht hätte. Genau das Gegenteil war der Fall. Zwar hätte man den Schuss von Max Kruse vor dem 1:0 festhalten oder zumindest zur Seite anstatt in die Mitte abwehren können, was Gomes jedoch anschließend bot war schlicht fehlerlos und souverän. So wird es Wiese schwer haben, in die Startformation zurückzukehren.

Die Statistik: 9/18 Spiele

Neun Spiele lang konnten die Hoffenheimer keinen Dreier einfahren. Der neue Trainer Marco Kurz war ganze 18 Spiele an der Seitenlinie ohne Sieg geblieben. Es bleibt nur zu erahnen was allen TSG-Beteiligten nach den 90 Minuten für ein Stein vom Herzen fiel. Das zeigt auch die Tatsache, dass Mäzen Dietmar Hopp nach dem Spiel persönlich in der Kabine erschien.

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