Bundesliga - Hoeneß träumt vorsichtig vom Titel

Langsam wird es Zeit, die Zurückhaltung aufzugeben. Bei Uli Hoeneß hat sich der Ton schon verändert. "Träume sind dazu da, um sie zu leben", sagte der Präsident. Dabei hatte das Spitzenspiel der Basketballer gegen Alba Berlin noch gar nicht begonnen. Der Meistertitel ist längst ein Thema, mehr oder weniger offen. Seit Svetislav Pesic die Regie übernommen hat, geht es in München fast nur bergauf.

Hoeneß hat allen Grund, zufrieden zu sein. Und mittlerweile auch allen Grund, an den ganz großen Wurf zu glauben.

Denn die Bayern sind da, wo sie hinwollen und vom Selbstverständnis her ohnehin immer hingehören: In der Bundesliga-Spitze. Das überzeugende 79:61 (37:30) über Berlin war nur ein weiterer Beweis für die neue Stärke.

Mit Pesic kam der Aufschwung, genau so war es geplant. Das Tempo beeindruckt aber selbst den erfolgsverwöhnten Macher Hoeneß. "Ich bin überrascht, dass Herr Pesic es so schnell geschafft hat, aus einer Mannschaft, die eigentlich keine gute Saison gespielt hatte, plötzlich ein Spitzenteam zu formen", sagte der Bayern-Boss bei "kabel eins". Dass in diesem Jahr mit dem Team zu rechnen ist, wurde anschließend mehr als deutlich.

München spielt voller Selbstbewusstsein

Die Bayern beherrschten das Spiel und lagen nach einem schlechten Start in die zweite Hälfte nur ein einziges Mal hinten (40:42). Der Sieg geriet nicht in Gefahr, in der entscheidenden Phase liefen die Münchner regelrecht heiß. "Sie haben uns im letzten Viertel überrannt", gab Berlins Trainer Sasa Obradovic zu: "Bayern hat das Spiel verdient gewonnen."

Die Vorstellung war tatsächlich beeindruckend, München ist derzeit schwer zu schlagen. Das liegt natürlich auch am Lauf. "Bayern spielt sehr selbstbewusst", stellte Marco Baldi frühzeitig fest. Der Geschäftsführer der Berliner musste danach mitansehen, wie seine "Albatrosse" die erste Niederlage gegen den Emporkömmling seit dessen Aufstieg vor gut eineinhalb Jahren kassierten.

"Sieg in Bamberg war Meilenstein"

Das Spiel gegen den früheren Serienmeister Berlin war für die Münchner Teil zwei einer Reifeprüfung, Teil eins hatten sie schon drei Tage vorher bestanden, mit dem Coup beim aktuellen Serienmeister.

"Das Spiel in Bamberg war ein Meilenstein. Das hat dem ganzen FC Bayern Basketball einen Riesenschub gegeben", meint Hoeneß. Während sich die Brose Baskets als Branchenführer zum ersten Mal seit vier Jahren wieder einen nationalen Titel entgehen ließen, hat München nun die große Chance, sich mit zwei Siegen die erste Trophäe der neuen Ära zu holen.

Pesic als Schlüssel zum Erfolg

Beim Top Four in Berlin (23./24. März) geht es um den Pokal. Dort, wo Pesic lange erfolgreich gearbeitet hat. Und dort, wo es für die Münchner im ersten Spiel mit dem Serben an der Seitenlinie eine Niederlage gesetzt hatte. Das ist gar nicht lange her, doch es hat sich inzwischen viel verändert. Seit diesem 2. Dezember haben die Bayern ein einziges Spiel verloren, beim Vizemeister in Ulm.

Hoeneß betonte im mit 6700 Zuschauern ausverkauften Dome einmal mehr, dass die Personalie Pesic der Schlüssel zum derzeitigen Erfolg ist. "Er hat die Mannschaft total im Griff", sagt der 61-Jährige: "Sie ist konditionell sensationell gut da."

Zu einer Kampfansage ließ sich Hoeneß aber auch nach der erfolgreichsten Woche seit der Rückkehr in die höchste Spielklasse und dem damit verbundenen Sprung auf Tabellenplatz zwei nicht hinreißen. Der Boss bleibt vorsichtig: "Mal schauen, was rauskommt."

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