Bundesliga - Bayer und Borussia liefern Spektakel

Bayer Leverkusen hat am 21. Spieltag durch ein 3:3 (0:1) bei Borussia Mönchengladbach den Sprung auf Platz zwei in der Tabelle verpasst. Martin Stranzl brachte die Borussia in Führung (44.). Sidney Sam glich aus (52.), bevor Luuk de Jong die Führung für Gladbach erzielte (58.). Stefan Kießling (60.) und Andre Schürrle (64.) drehten für Bayer die Partie. Patrick Herrmann egalisierte (86.).

Die Lehren:

Bayer Leverkusen verpasste beim Remis in Gladbach den Sprung auf Platz zwei in der Tabelle. Die Mannschaft von Teamchef Sami Hyypiä und Trainer Sascha Lewandowski setzte Gladbach in der ersten Halbzeit mit Pressing und schnellen Kombinationen unter Druck. Bayer konnte aber seine Dominanz zunächst nicht in Tore ummünzen, der Zug zum Tor fehlte. Leverkusen wusste zudem zahlreiche Ecken und Freistöße nicht zu nutzen. Den Sieg kostete allerdings das unkonzentrierte Auftreten in der Defensive, gespickt mit individuellen Fehlern. Philipp Wollscheid etwa köpfte vor dem 1:0-Rückstand einen Ball aus zwanzig Metern unbedrängt zur ersten Gladbacher Ecke. Bayer-Keeper Bernd Leno trug durch zögerliches Herauslaufen Mitschuld am 2:1 für Gladbach. Will Leverkusen in der Tabelle Dortmund überholen, muss die Defensive mehr Sicherheit ausstrahlen.

Borussia Mönchengladbach wartet auch im 21. Heimspiel in Folge gegen Bayer Leverkusen auf einen Sieg. Der Punktgewinn gegen Bayer war zudem sehr glücklich, zumal Gladbach offensiv in der ersten Halbzeit kaum Akzente setzte. Das Team von Trainer Lucien Favre überzeugte aber mit großer Moral und gefährlichen Standardsituationen. Gladbach war vor dem Tor effektiv, jeder dritte Torschuss landete im Tor. Bayer brauchte für drei Treffer die doppelte Anzahl an Tor-Schüssen. Die Borussia ist offensiv sehr ausrechenbar. So lange das Favre-Team aber vor dem Tor effektiv bleibt, hält sie sich im Rennen um die Europa-League-Plätze.

Die Stimmen:

Sascha Lewandowski (Trainer Bayer Leverkusen): „In der ersten Halbzeit haben wir sehr temporeich und sehr gut nach vorne gespielt. Da haben wir die Partie phasenweise wie eine Heimmannschaft dominiert. In der zweiten Halbzeit ist es uns gelungen, trotz des Rückstandes kurz vor der Pause gut zurückzukommen. Wir haben viele Dinge heute sehr gut gemacht. Wenn man in Gladbach drei Tore schießt und darüber hinaus noch mehrere gefährliche Situationen hat, dann hat man offensiv richtig etwas geleistet. Beim Verteidigen der hohen Bälle sahen wir dafür sehr schlecht aus. Da war Borussia sehr stark. Das hat den Ausschlag gegeben, warum wir das Spiel letztlich nicht gewonnen haben.“

Lucien Favre (Trainer Borussia Mönchengladbach): “Wir können mit dem 3:3 zufrieden sein. In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt und zu viele einfache Ballverluste gehabt. In der zweiten Halbzeit haben wir besser gespielt, bekommen aber unnötig den Ausgleich. Dann haben wir gut reagiert, sind Risiko gegangen und haben durch ein schönes Tor erneut die Führung erzielt. Direkt danach kassieren wir das 2:2, weil wir nicht optimal verteidigt haben. Es ist so, dass wir sofort Probleme bekommen, wenn wir nicht alles geben und nicht gut verteidigen. Zum Glück haben wir am Ende aber noch das 3:3 erzielt.”

Patrick Herrmann (Borussia Mönchengladbach): “Die erste Halbzeit war nicht gut von uns. Dennoch gehen wir mit einer 1:0-Führung in die Pause und haben sehr viel Selbstvertrauen. In der zweiten Hälfte hat Leverkusen seine Chancen genutzt. Wir haben aber immer an den Ausgleich geglaubt und am Ende wieder viel Moral bewiesen. Irgendwie läuft es gegen Leverkusen ganz gut für mich. Ich freue mich sehr über mein Tor, Roel Brouwers hat es aber auch gut vorbereitet.”

Die Höhepunkte:

3. Schnelle Kombination von Bayer über Sam und Kießling. Schürrle nimmt den Ball direkt im Strafraum, der Ball fliegt knapp über die Latte.

9. Lars Bender taucht alleine im Strafraum von Gladbach auf, aus zwölf Metern zieht er von halblinks ab – Gladbach-Keeper ter Stegen pariert zur Seite.

44. TOOOR für Borussia Mönchengladbach! Stranzl trifft zur 1:0-Führung. Nordtveit führt die erste Gladbacher Ecke von rechts aus. Stranzl rauscht in den Strafraum und köpft aus sieben Metern ins lange Eck. Wollscheid sieht nicht gut aus, springt gegen Stranzl nicht hoch genug. Auch Gladbachs Ecke leitete Wollscheid unnötig ein. Unbedrängt köpfte er aus 20 Metern ins Toraus.

52. TOOOR für Bayer Leverkusen! Sam gleicht aus zum 1:1. Auf links spielen Rolfes und Schürrle Doppelpass. Der Ball kommt in den Strafraum zu Kießling, der legt ab zu Sam. Er schießt kurz vor der Strafraumgrenze hoch ins Eck, ter Stegen kommt nicht mehr heran.

54. Leno pariert einen Kopfball von Stranzl aus vier Metern. Die Flanke kam von Herrmann.

58. TOOOR für Borussia Mönchengladbach! De Jong erzielt das 2:1. Arango flankt von Linksaußen hoch in den Strafraum. Leno läuft zögerlich hinaus, de Jong köpft aus acht Metern ein.

60. TOOOR für Bayer Leverkusen! Kießling gleicht zum 2:2 aus. Boenisch marschiert über links und passt flach in den Strafraum. Kießling löst sich im Strafraum und schiebt aus fünf Metern unbedrängt zum Ausgleich ein. Es ist Kießlings 100. Bundesligator.

64. TOOOR für Bayer Leverkusen! Schürrle trifft zum 3:2. Castro hebelt kurz vor dem Strafraum die Gladbacher Abwehr mit einem kurzen, flachen Pass aus. Schürrle läuft in den Strafraum und schiebt zur Führung ein.

86. TOOOR für Borussia Mönchengladbach! Herrmann gleicht aus zum 3:3. Arango führt einen Freistoß von links aus, Brouwers kämpft sich an die Flanke im Strafraum heran und leitet weiter zu Herrmann. Der Gladbacher muss am langen Pfosten kurz vor der Torlinie nur noch einköpfen.

90. Kießling kommt frei aus acht Metern zum Schuss - ter Stegen pariert.

Der Kracher: Stefan Kießling

Leverkusens Top-Stürmer erzielte mit dem 2:2 seinen 100. Treffer in seiner Bundesliga-Karriere. Sein erster Treffer datiert vom 25. September 2004. Damals köpfte er in Diensten des 1. FC Nürnberg das 1:2 bei der Niederlage gegen Arminia Bielefeld.

Im Abseits: Ineffektive Leverkusener

Zwölf Ecken, 23 Torschüsse – dennoch erzielte Leverkusen genauso viele Treffer wie Gladbach. Bayer fehlte besonders bei Standardsituationen der überraschende Moment, um die Gladbacher auszuhebeln.

Die Statistik: 21

Trotz des glücklichen Punktgewinns: Borussia Mönchengladbach hat nun seit 21 Heimspielen in Folge keinen Sieg gegen Bayer Leverkusen eingefahren. In der Historie der Bundesliga gibt es kein anderes Duell, in dem ein Team länger ohne Heimsieg blieb. Die Gladbacher Bilanz: 16 Remis und fünf Niederlagen. Der letzte Erfolg datiert vom 25. Februar 1989 (2:0).

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