Bundesliga - Guardiola hat die Faxen dicke

Öffentliches Training, Autogrammstunden nach den Einheiten, Jux-Spiele gegen Hobby-Kicker: Bayern-Trainer Pep Guardiola hat die Nase voll davon.

Vom FC Bayern in Riva berichtet Daniel Rathjen (Twitter: @DanielRathjen)

Beim FC Barcelona war "Geheimtraining" Normalität. Trainer und Mannschaft sollten und konnten sich rein auf den Fußball konzentrieren.

Seit Samstag schirmt Guardiola sein Team auch bei den Einheiten im Stadion in Arco komplett ab. Das Gebiet wird von zahlreichen Sicherheitsleuten scharf bewacht. Und diskutieren, wie es in deren Branche eben so ist, lassen sie nicht mit sich. Sie setzen rigoros ihre strikten Vorgaben um. In der Form gab es das beim FCB noch nie.

Für den neuen Coach beginnt das Trainingslager im Trentino damit nun erst so richtig. Parallel dazu wird nach Informationen von eurosport.yahoo.de zudem "Platz 1" an der Säbener Straße blickdicht eingezäunt.

Selbst wenn es, wie Bastian Schweinsteiger sagt, "schwierig ist, uns zu verbessern", hat Guardiola einige Schwachpunkte im Spiel des Triple-Siegers ausgemacht und setzt sofort dort an.

Taktik steht an erster Stelle

Fitnessgrundlagen werden hintenan gestellt, es geht gleich an die Taktik. Das Kombinieren auf engstem Raum mit nur einem Kontakt, ohne Hacke, oder auch das Defensivverhalten bei Ecken des Gegners sind wesentliche Inhalte.

Kernstück bleibt allerdings das, was die Bayern in der vergangenen Saison stark gemacht hat: Das Pressing und Gegenpressing. Wie eurosport.yahoo.de erfuhr, waren entsprechende Übungen und passende Spielformen dazu die Inhalte der ersten Einheit hinter verschlossenen Türen.

"In der Welt des Fußballs gibt es ein Geheimnis: Entweder habe ich den Ball oder nicht. Wenn wir ihn nicht haben, müssen wir ihn uns zurückholen, weil wir ihn brauchen", lautet eines von Peps Credos.

Auf Schweinsteiger muss er allerdings bis auf Weiteres erst mal verzichten. Der Mittelfeld-Leader ist aus dem Trentino abgereist und wird in München weiter behandelt. Nach seiner Fuß-OP ist die Beweglichkeit noch nicht ganz wieder hergestellt. Laufen kann er, auch leichte Übungen mit Ball absolvieren, doch volle Belastung ist noch nicht möglich. Laut Verein gebe es aber "keinen Grund zur Sorge".

Robben freut sich auf Guardiola

Dafür greift Arjen Robben, der "Held von Wembley", wieder an. Am späten Samstagabend checkte der Niederländer im Mannschaftshotel "Lido Palace" in Riva del Garda ein. "Ich freue mich schon wieder riesig - auf unsere Truppe, auf den neuen Trainer. Auch, wenn die Vorbereitung sicherlich wieder sehr hart wird", sagte er kurz vor der Ankunft im Vereinsmedium.

Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit Guardiola, der ihn vor kurzem als "Geschenk" bezeichnet hatte: "Ich hatte in meiner Karriere schon viele überragende Trainer. Jetzt kommt ein weiterer dazu. Ich bin zwar mittlerweile schon ein bisschen älter, aber ich bin jemand, der immer offen für Neues ist. Ich will mich weiter verbessern. Ich denke, Pep Guardiola ist dafür genau der Richtige."

Wo Robben letztlich seinen Platz findet, wird sich eventuell schon in den nächsten (Geheim-)Trainingseinheiten andeuten.

VIDEO - Guardiola legt los

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