Bundesliga - Starke Bayern demontieren S04

Bayern München hat seine Rekordjagd fortgesetzt und ist auf dem Weg zum 23. Titel nicht zu stoppen. Der deutsche Rekordmeister siegte gegen Schalke 04 nach einer erneut beeindruckenden Vorstellung verdient mit 4:0 (2:0) und nutzte die Patzer der Konkurrenten Dortmund und Leverkusen gnadenlos aus.

Die Lehren:

Der FC Bayern kann die Meisterfeier planen. Nach dem 21. Spieltag haben die Münchener 15 Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund bei nur noch 13 ausstehenden Spielen. Gegen Schalke 04 zeigte der Rekordmeister eine weitere konzentrierte Vorstellung und fuhr den vierten Sieg im vierten Rückrundespiel ein. Dabei bot Jupp Heynckes mit Jerome Boateng, Mario Gomez und Arjen Robben seine sogenannte zweite Reihe auf, für die Schalke jedoch kein echter Gradmesser war.

Der FC Schalke hingegen kann die Tristesse nicht ablegen. Ohne etliche Stammkräfte hatten die Königsblauen nie eine echte Chance, fanden nicht ins Spiel und lagen früh 0:2 hinten. Anstatt ein Aufbäumen zu zeigen, war das Keller-Team  auch nach der Pause auf Schadensbegrenzung aus und kassierte folgerichtig zwei weitere Gegentreffer.

Die Stimmen:

David Alaba (FC Bayern): "Es hat heute sehr viel Spaß gemacht auf dem Platz, doch die drei Punkte waren das wichtigste. Wir hatten in der Kabine einen 'Schmäh' und haben das auch auf dem Platz gezeigt."

Benedikt Höwedes (Schalke 04): "Wir hatten Hoffnung mitgebracht hier etwas zu holen, doch wenn man schnell 0:2 hinten liegt wird es brutal schwer gegen solch einen Gegner. Irgendwann fehlte dann die Entschlossenheit und dann haben wir uns ergeben. Das darf nicht passieren und entspricht nicht unseren Ansprüchen."

Jens Keller (Trainer Schalke04): "Man darf nicht vergessen, dass wir neun Ausfälle hatten, das ist für uns nicht zu kompensieren. Mit dem Druck kann ich leben, denn der kann sowieso nicht mehr größer werden, als er schon ist."

Die Höhepunkte:

17. Erste gute Gelegenheit der Münchener. Schweinsteiger serviert Robben den Ball butterweich auf den kahlen Schädel, doch ein Kopfballungeheuer war der noch nie. Freistehend vergibt er aus sechs Metern diese Gelegenheit.

18. Es gibt Elfmeter für den FC Bayern. Ribéry spielt Höwedes den Ball durch die Hosenträger und dann stoppt Höger den Franzosen unfair im Strafraum, indem er ihn zu Boden drückt. Gagelmann zögert keine Sekunde mit dem Elferpfiff.

19. TOOOR für den FC Bayern! In Abwesenheit des etatmäßigen Schützen Müller tritt Alaba zum Strafstoß an. Er verlädt Hildebrand und schiebt locker leicht unten links ein.

32. TOOOR für den FC Bayern! Schweinsteiger legt sich den Ball zum Freistoß zurecht, 21 Meter vor dem Tor. Er zirkelt ihn wunderbar über die Mauer. Vom Innenpfosten prallt die Kugel ins Netz. Hildebrand hat keinerlei Abwehrchance.

51. TOOOR für den FC Bayern! Das geht ganz schön einfach. Robben bringt den Ball zur Mitte, Metzelder stoppt ihn für Gomez, der sofort Alaba bedient. Der Österreicher steht völlig blank und hat keine Mühe einzuschieben. Doppelpack!

55. Bayern spielt sich mit direktem Spiel aus der Bedrängnis und in den Angriff. Am Ende wird Robben geschickt, der allein auf Hildebrand zuläuft. Der Holländer versucht es mit dem Heber und setzt den Ball auf das Tor. Gomez wäre mitgelaufen und die bessere Option gewesen.

63.  TOOOR für den FC Bayern! Das Schützenfest geht weiter. Schweinsteiger lupft den Ball über die Abwehr auf Robben, der die Kugel mit der Brust runter nimmt und für Gomez quer legt. Der Nationalstürmer lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen und vollendet humorlos zum 4:0.

79. Robben hält aus der zweiten Reihe drauf, der Schuss wird abgefälscht und darum lässt Hildebrand direkt vor die Füße von Gomez prallen. Der Stürmer schiebt mühelos ein, stand aber beim Schuss von Robben klar im Abseits.

Der Kracher: Bayerns linke Seite

Die österreichisch-französische Achse ist mit Abstand die beste linke Seite der Liga. Während Franck Ribéry einmal mehr überall auf dem Platz zu finden war und regelrecht heißlief, blieb sein Hintermann David Alaba alpenländisch kühl. Erst verwandelte er den Elfmeter souverän, um nach der Pause noch eins drauf zu setzen.

Im Abseits: Schalke 0:4

Die erneut blutleere Vorstellung der Schalker dürfte die Jobs von Trainer Jens Keller und Sportdirektor Horst Held nicht gerade einfacher gemacht haben. Das Ruhrpott-Team muss nun schleunigst den Schalter umlegen, um im Achtelfinale der Champions gegen Galatasaray zu bestehen.

Die Statistik: 0

Ohne die Leistung der Bayern schmälern zu wollen, der FC Schalke war nicht auf Augenhöhe. Keinen einzigen statistisch relevanten Torschuss feuerten die "Knappen" ab, was bei gerade einmal 30% Ballbesitz nicht allzu verwunderlich ist.

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